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15. September 2011, 12:18 Uhr

Globale Studie

Zahl der Brustkrebsfälle stark gestiegen

Die Zahl der Brustkrebsfälle steigt weltweit rasant: 2010 sind laut einer neuen Studie 1,6 Millionen Frauen erkrankt - mehr als doppelt so viele wie 1980. Der einzige Trost: Das Leiden führt inzwischen seltener zum Tod.

New York - US-Mediziner haben einen neuen großen Krebs-Datensatz vorgestellt - und ihre Bilanz fällt düster aus: Brustkrebs breitet sich weltweit schnell aus. Wie die Forscher vom Institute for Health Metrics and Evaluation der University of Washington in Seattle im Fachblatt "The Lancet" berichten, schnellte die Zahl der Ersterkrankungen von 640.000 im Jahr 1980 auf 1,6 Millionen im Jahr 2010 nach oben. Das bedeutet einen Anstieg von 260 Prozent. Der stärkste Anstieg sei bei Frauen zwischen 15 und 49 Jahren in Entwicklungsländern zu verzeichnen.

Allerdings enthält die Statistik auch eine gute Nachricht: Die Zahl der Todesfälle durch Brustkrebs stieg zwischen 1980 und 2010 von 250.000 auf 425.000 - also langsamer als die Zahl der Erkrankungen. Mit anderen Worten: Brustkrebs endet heute seltener tödlich als noch vor 30 Jahren. Auch sei weltweit gesehen die Erkrankungs- und die Sterberate durch Gebärmutterhalskrebs gesunken, auch wenn diese Krankheit 2010 zum Tod von 200.000 Frauen geführt habe.

Das Washingtoner Institut untersuchte den Trend von Brust- und Gebärmutterhalskrebs aus mehr als 300 Krebsregistern von 187 Ländern. Dabei zeigte sich auch, dass heute 51 Prozent der Brustkrebserkrankungen in Entwicklungsländern auftreten. 1980 lag dieser Anteil nur bei 35 Prozent.

In Industrieländern wie den USA erlag 1980 jede 32. Brustkrebs-Patientin ihrem Leiden, 30 Jahre später war die Quote auf eine von 47 Frauen gesunken. Im afrikanischen Ruanda fanden die Forscher den entgegengesetzten Trend: Dort tötet Brustkrebs heute jede 60. Patientin, 1980 war es nur jede 97. Betroffene.

Die Sterberate durch Gebärmutterhalskrebs sei in Industrieländern vor allem wegen der Vorsorgeuntersuchung stark gesunken. "Frauen in Ländern mit höherem Einkommen wie den USA und Großbritannien profitieren von der Krebsfrüherkennung, der medikamentösen Behandlung und von Impfstoffen", sagte Rafael Lozano, einer der Autoren der Studie.

Ob bei der Krebs-Früherkennung der Nutzen oder aber der mögliche Schaden überwiegt, ist in der Fachwelt umstritten. Ein prominentes Beispiel ist das Mammografie-Screening zur Früherkennung von Brustkrebs.Für die evidenzbasierte Medizin sind verlässliche Daten und Statistiken deshalb besonders wichtig.

cib/dpa/AFP

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