Mindestens drei Tote Guinea bestätigt erneuten Ebola-Ausbruch

Kontakte aufspüren und isolieren: Nach einem Ebola-Ausbruch im westafrikanischen Guinea soll der Infektionskrankheit so schnell wie möglich Einhalt geboten werden. In Kürze startet eine lokale Impfkampagne.
Temperaturkontrolle im Krankenhaus: »Die Krankheit schnell überwinden«

Temperaturkontrolle im Krankenhaus: »Die Krankheit schnell überwinden«

Foto: Al-hadji Kudra Maliro / AP

In Guinea sind nach Angaben der Behörden des westafrikanischen Landes mindestens drei Menschen nach einem neuen Ebola-Ausbruch gestorben. Insgesamt seien sieben Fälle der gefährlichen Viruserkrankung gemeldet worden, teilte ein Sonderbeauftragter des Gesundheitsministeriums in Conakry mit. Alle Personen, die Kontakt zu den Infizierten gehabt haben könnten, würden derzeit aufgespürt und isoliert, sagte Guineas Gesundheitsminister Remy Lamah am Montag: »Gleichzeitig starten wir eine lokale Impfkampagne, sobald die Impfdosen vorhanden sind.«

Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte das Wiederauftreten von Ebola in Guinea  in der Stadt Nzérékoré im Südosten des Landes und drei Todesfälle bestätigt, die vier Erkrankten seien im Krankenhaus. Alle Betroffenen hatten an der Beerdigung einer Krankenschwester teilgenommen, die am 1. Februar in Goueké, einem Ort in der Nähe von Nzérékoré, beerdigt worden war.

Beim letzten Ausbruch in Westafrika wurden zwischen 2013 und 2016 in Guinea, Liberia und Sierra Leone  28.000 Fälle und 11.310 Tote verzeichnet. Nach allem, was man weiß, hatte die Epidemie Ende Dezember 2013 in einem kleinen Dorf ihren Ursprung. Damals trat nach WHO-Erkenntnissen in Gueckedou in Guinea der erste Fall eines kleinen Jungen auf. Von dort breitete sich das Virus schnell in die Nachbarländer aus.

»2013 brauchten wir Monate, um zu verstehen, dass wir uns in einer Ebola-Epidemie befinden, dieses Mal konnten wir die Infektionen innerhalb von vier Tagen nachweisen«, so Lamah am Montag. »Wir haben die Mittel, die Krankheit schnell zu überwinden.« Die WHO-Afrikadirektorin Matshidiso Moeti schrieb hingegen auf Twitter, man sei sehr besorgt.

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Die WHO berichtet, sie habe bereits Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Unterstützung der Regierung vor Ort in Guinea eingesetzt. Konkret gehe es unter anderem um die Überwachung der Krankheit und ihrer Ausbreitung, den Infektionsschutz und die Beschaffung von Impfstoff. Für den Fall eines erneuten Ausbruchs haben die Vereinten Nationen einen Impfstoffvorrat angelegt, auf den betroffene Länder innerhalb von 48 Stunden Zugriff erhalten sollen.

Eine Ebola-Infektion führt meist zu hohem Fieber und inneren Blutungen und endet sehr oft tödlich. Im Ostkongo wurde ein fast zwei Jahre dauernder Ebola-Ausbruch mit 2299 Toten im vergangenen Juni für beendet erklärt, Anfang Februar war dort jedoch ein neuer Fall registriert worden.

hei/dpa
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