Höheres Lebensalter Immer mehr Deutsche erkranken an Krebs

Die steigende Lebenserwartung hat Folgen für den Ausbruch von Krankheiten. Mehr Menschen in Deutschland leiden an Krebs - weil sie ein höheres Alter erreichen. Die gute Nachricht: Im Vergleich zu früher sterben immer weniger Betroffene.
Diagnose Lungenkrebs: Bei Männern der häufigste tödliche Tumor

Diagnose Lungenkrebs: Bei Männern der häufigste tödliche Tumor

Foto: A3464 Rainer Jensen/ dpa

Hamburg - Die Zahl der Krebsfälle in Deutschland steigt. Allein im Jahr 2008 sind nach einer neuen Schätzung des Berliner Robert-Koch-Instituts (RKI) hierzulande rund 470.000 Menschen neu an Krebs erkrankt. Das sind bis zu 80.000 mehr als zehn Jahre zuvor. Für 2012 rechnet das RKI mit knapp 490.000 Erkrankungen. Hauptgrund: Menschen werden immer älter - damit gibt es mehr Krebsfälle.

Hinzu komme, dass durch das Mammografie-Screening-Programm mehr Erkrankungen entdeckt würden. Brustkrebs macht bei den Frauen etwa ein Drittel aller Fälle aus, bei den Männern ist Prostatakrebs mit einem Anteil von etwa 25 Prozent weiter die häufigste Krebsart. Der häufigste tödliche Tumor bei Männern ist Lungenkrebs, bei Frauen Brustkrebs.

Hochgerechnet auf 2012 leben in Deutschland etwa 1,4 Millionen Menschen, bei denen die Diagnose Krebs in den vergangenen fünf Jahren gestellt wurde. Durch bessere Therapien ist der Anteil der Todesfälle weiter gesunken: Vor 1980 starben mehr als zwei Drittel an ihrer Krebserkrankung, heute sind es weniger als die Hälfte.

Im Zentrum für Krebsregisterdaten des RKI werden die Daten der Landeskrebsregister auf Bundesebene gesammelt und ausgewertet. Gemeinsam mit der Gesellschaft der Epidemiologischen Krebsregister in Deutschland (Gekid) veröffentlicht das RKI alle zwei Jahre den Bericht "Krebs in Deutschland".

Die Zahl der Krebstoten hat leicht zugenommen

Bislang können die bundesweiten Neuerkrankungszahlen nur geschätzt werden. Die Datengrundlage dafür hat sich in den vergangenen Jahren stetig verbessert. Zählen statt Schätzen wird allerdings erst möglich, wenn aus allen Bundesländern flächendeckende, vollzählige Daten übermittelt werden. Für 2008 liegen in Deutschland bereits für eine Bevölkerung von mehr als 50 Millionen Einwohnern belastbare Daten zu Neuerkrankungen vor.

Während die Chancen auf Heilung für Erkrankte wachsen, steigt andererseits die absolute Zahl der Krebstoten in Deutschland. Das hatte jüngst das Statistische Bundesamt mitgeteilt. Nach den neuesten Statistiken fällt demnach jeder vierte Mensch in Deutschland der Krankheit zum Opfer. Im Jahr 2010 war die Erkrankung die Ursache für den Tod von 218.889 Menschen. Die Zahl der Krebstoten stieg gegenüber 2009 um knapp 3000, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit 352.689 Toten ist Krebs weiter die zweithäufigste Todesursache.

Die Statistik zeigt seit 1998 eine leichte Zunahme der Krebstoten in Deutschland. Während die Anzahl bei den Frauen ziemlich konstant ist, steigt sie bei den Männern. 2010 starben knapp 18.000 mehr Männer als Frauen an Krebs. Experten des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg warnen, dass Übergewicht eine immer größere Rolle bei der Entstehung von Krebs spielte.

boj/dpa