Hydroxychloroquin gegen Corona Studie deutet auf Wirkungslosigkeit von Malaria-Mittel hin

Als "Geschenk Gottes" im Kampf gegen Corona hatte Donald Trump das Malaria-Medikament Hydroxychloroquin zuletzt bezeichnet. Eine neue Studie lässt nun aber erhebliche Zweifel an der Effektivität aufkommen.
Behälter des Medikaments Hydroxychloroquin von verschiedenen Herstellern (Symbolbild): Höhere Sterberate

Behälter des Medikaments Hydroxychloroquin von verschiedenen Herstellern (Symbolbild): Höhere Sterberate

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Kevin E. Schmidt/ dpa

Erste Forschungsergebnisse in den USA deuten darauf hin, dass das Malaria-Mittel Hydroxychloroquin nicht bei der Bekämpfung des Coronavirus hilft. Im Gegenteil: Die am Dienstag veröffentlichte Studie ergab sogar, dass die Sterberate bei mit dem Mittel behandelten Patienten deutlich höher war als bei einer Behandlung ohne dieses Medikament.

Die Forscher hatten die Krankenakten von 368 Patienten in US-Hospitälern für Militärveteranen ausgewertet. Finanziert wurde ihre Untersuchung von der US-Regierung. Präsident Donald Trump hat das mit Hydroxychloroquin verwandte Präparat Chloroquin in den vergangenen Wochen wiederholt als mögliches Heilmittel gegen die von dem neuartigen Coronavirus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 angepriesen. Er bezeichnete Chloroquin sogar als "Geschenk Gottes".

Laut der Untersuchung starben 28 Prozent der Patienten mit Coronavirus-Infektion, denen Hydroxychloroquin verabreicht worden war. Bei Patienten, die ohne das Malaria-Mittel therapiert wurden, lag die Sterberate hingegen nur bei elf Prozent. Die Studie ergab auch, dass Patienten mit Hydroxychloroquin-Behandlung nicht weniger oft an ein Beatmungsgerät angeschlossen werden mussten als andere Patienten.

Sowohl Chloroquin als auch Hydroxychloroquin können jedoch schwere Nebenwirkungen auslösen - vor allem in hoher Dosierung oder in Kombination mit anderen Medikamenten.

Fälle in den USA verdoppeln sich binnen einer Woche

Die Zahl der Todesfälle in den USA ist am Dienstag nach einer Reuters-Zählung auf über 45.000 gestiegen und hat sich damit in etwas mehr als einer Woche verdoppelt. Die Vereinigten Staaten haben mit Abstand die weltweit größte Zahl von bestätigten Fällen, fast viermal so hoch wie Spanien, das Land mit der zweitgrößten Zahl an Infektionen. Die US-Fälle stiegen um 23.000 auf 809.000. Weltweit klettern die Fälle auf 2,5 Millionen, wobei Nordamerika ein Drittel aller Fälle ausmacht.

Allein binnen 24 Stunden stiegen die Todesfälle in den USA um mehr als 2600, einige Staaten sind in der Zählung nicht berücksichtigt, sie hatten ihre Daten noch nicht übermittelt. Die Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus in den Vereinigten Staaten erreichten am 15. April ihren bislang höchsten Stand von 2806. Neue gemeldete US-Fälle scheinen sich in dieser Woche zu verlangsamen und sind in den letzten drei Tagen um weniger als 30.000 pro Tag gestiegen. Die Vereinigten Staaten verzeichneten am 4. April einen Rekordwert von 35.392 Fällen.

jok/AFP/Reuters