Energiequelle Geothermie Islands Klimatrumpf

Im Klimaabkommen von Paris hat sich die Weltgemeinschaft darauf geeinigt, klimaneutral zu werden. Aufgrund seiner Lage besitzt der Inselstaat Island dabei einen entscheidenden Vorteil.
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In dem Projekt Net-Zero Transition hat die Fotografin Simone Tramonte nachhaltige Projekte auf Island dokumentiert. Hier beobachtet der Chef einer Fischfutter-Produktionsfirma etwa einen Fotobioreaktor mit Mikroalgen. Diese wandeln mittels Fotosynthese Kohlenstoffdioxid (CO₂) in Sauerstoff und Zucker um. Das für die Anlage benötigte Wasser und der Strom stammen aus einem benachbarten Geothermie-Kraftwerk. Durch die vielen aktiven Vulkane gibt es auf der Insel unter anderem reichlich nutzbare Wärmeenergie im Boden.

Foto: Simone Tramonte
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Tomatenernte in einem Gewächshaus im Ort Reykholt. Island versucht vermehrt, frisches Obst und Gemüse selbst anzubauen. Möglich ist das aufgrund der Temperaturen, die selbst im Sommer kaum 20 Grad überschreiten, fast nur in Gewächshäusern. Diese werden mithilfe von Erdwärme klimaneutral beheizt und beleuchtet. Mehr als zwei Drittel des auf der Insel konsumierten Gemüses wachsen inzwischen in solchen Anlagen.

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Sogar Südfrüchte wie Bananen werden auf Island angebaut. Seit den Fünfzigern züchten etwa Fachleute der Icelandic Agricultural University die Stauden zu Forschungszwecken in einem Gewächshaus in Hveragerði im Süden der Insel. Die Anlage ist eine der größten Bananenplantagen Europas.

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Geothermiekraftwerk Krafla im Norden Islands: Die Anlagen belasten die Umwelt deutlich weniger als Kraftwerke, die aus fossilen Brennstoffen Energie gewinnen. Allerdings können beim Erschließen der Wärmequellen im Grund Treibhausgase entweichen. Die Anlage am Krafla-Vulkansystem führt ausgetretene Emissionen möglichst wieder zurück unter die Erde. Das CO₂ reagiert dort mit basaltischen Gesteinen und wird in stabilen Mineralien gebunden.

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Auch im Geothermiekraftwerk Hellisheiði im Südwesten Islands wird CO₂ im Boden versenkt. Fachleute leiten hier mit Kohlendioxid vermischtes Salzwasser in Gestein in einer Tiefe von etwa 500 Metern. Dort wird es in Mineralien gebunden.

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Vor mehr als tausend Jahren rodeten die Wikinger den Wald auf Island fast vollständig, um Häuser und Boote zu bauen. Heute forstet Island wieder auf, um seine Klimaziele zu erreichen. Positiver Nebeneffekt ist der Schutz vor Sandstürmen und Erosion des Bodens, den die Bäume bringen.

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Freiwilligenarbeit beim isländischen Forstdienst: Der Inselstaat ist das am wenigsten bewaldete Land Europas. Zum Vergleich: Nur etwa 0,5 Prozent der Fläche Islands sind derzeit mit Wald bedeckt. Zum Vergleich: In Deutschland sind es etwa 30 Prozent.

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Lärchen- und Birkensämlinge auf einer Farm in der Nähe der Gemeinde Hvammstangi im Nordwesten der Insel. Die Farm gehört einem Freiwilligen des isländischen Forstdienstes.

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Die Blaue Lagune auf der Reykjanes-Halbinsel ist eine der bekanntesten Touristenattraktionen auf Island. In dem Pool befindet sich warmes Wasser aus dem Untergrund, das bereits zuvor genutzt wurde: Im Geothermie-Kraftwerk Svartsengi in der Nähe von Grindavik diente es der Stromerzeugung, außerdem ist es zur kommunalen Warmwassererzeugung durch einen Wärmetauscher gelaufen. Der hohe Gehalt von Siliciumdioxid verleiht dem Wasser seine hübsche Farbe.

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Umweltschonend bauen: Dieser Stall für Milchkühe auf Island wurde aus Holz errichtet. Das Material hat eine deutlich bessere Klimabilanz als Beton und Stahl, für deren Herstellung gewaltige Energiemengen nötig sind. Die Baubranche gehört zu den größten CO₂-Emittenten der Welt.

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Diese Anlage am Geothermie-Kraftwerk Svartsengi ist die erste weltweit, die Kohlendioxid in industriellem Maßstab zur Produktion von Methanol nutzt. Der Alkohol kann etwa als Kraftstoff genutzt werden. Zwar entsteht auch dabei wieder CO₂, allerdings deutlich weniger als beim Verbrennen von Benzin oder Diesel.

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Dieses Gewächshaus in der Nähe von Reykjavik soll die Hauptstadt Islands mit frischem Gemüse versorgen und somit Transportwege reduzieren. Die Pflanzen wachsen auf mehreren Etagen, um die Grundfläche möglichst gering zu halten. Bislang ist es das einzige mehrstöckige Gewächshaus auf der Insel.

Foto: Simone Tramonte
jme