Kampf gegen Omikron Israel testet vierte Impfung an Klinikmitarbeitern

Braucht es den zweiten Booster gegen Omikron? Diese Frage soll eine Studie in Israel beantworten. 150 Angestellte eines großen Krankenhauses bekommen die Extradosis – und die Regierung schaut genau hin.
Touristen am Flughafen von Tel Aviv (Archivbild)

Touristen am Flughafen von Tel Aviv (Archivbild)

Foto: Ariel Schalit/ dpa

Auch in Israel macht sich die Omikron-Variante des Coronavirus breit. Die Regierung hatte zuletzt zahlreiche Maßnahmen und Vorgaben beschlossen und startet nun ein weiteres Projekt.

Das Land testet eine vierte Coronaimpfung an Krankenhaus-Mitarbeitern. In einer großen Klinik werden 150 Angestellte eine zweite Auffrischungsimpfung erhalten. Damit solle abgeschätzt werden, ob eine zweite Boosterimpfung für die gesamte Bevölkerung notwendig sei, teilt das Sheba Medical Center in der Nähe von Tel Aviv mit.

Die Ergebnisse zur Wirksamkeit der Immunisierung sollen Abgeordneten helfen, ihre gesundheitspolitischen Entscheidungen zu treffen.

Erst in der vergangenen Woche hatten die Behörden in Israel bekannt gegeben, dass Personen über 60 Jahren eine vierte Impfdosis erhalten können. Ein Expertengremium der israelischen Regierung empfahl außerdem, Mitarbeiter des Gesundheitssystems sollten ebenfalls zum vierten Mal geimpft werden.

Regierungschef Naftali Bennett rief alle Bürger, die diese Kriterien erfüllen, dazu auf, sich impfen zu lassen. Er wies nach Angaben seines Büros die Krankenkassen an, sich auf eine weitere breite Impfkampagne einzustellen.

Bennett selbst konnte am Sonntagabend Entwarnung geben. Sein Büro teilt mit, dass ein PCR-Test bei dem Politiker negativ ausgefallen sei. Bennett werde aber sicherheitshalber in Selbstisolation bleiben. Der Regierungschef hat sich dem Test unterzogen, nachdem seine 14-jährige Tochter positiv auf das Coronavirus getestet worden war.

Vorgaben für Schulen und Shopping

Das sogenannte Coronakabinett in Israel hatte angesichts der Omikron-Ausbreitung am vergangenen Dienstag zudem weitere neue Beschränkungen beschlossen. In Schulklassen in Orten mit hoher Inzidenz, in denen weniger als 70 Prozent der Schüler eine Erstimpfung erhalten haben, soll es etwa wieder Fernunterricht geben. Der Minister-Ausschuss beschloss außerdem strengere Vorsichtsmaßnahmen in Einkaufszentren. Von Januar an müssen Eltern zudem Kosten für Antigen-Tests für Schüler selbst übernehmen.

Israel hat die vierte Coronawelle bereits hinter sich.  Zuletzt sind die Infektionszahlen jedoch wieder angestiegen. Nur rund 59 Prozent der 9,4 Millionen Israelis gelten noch als vollständig geimpft. Dies sind zweifach Geimpfte bis zu sechs Monate nach der Zweitimpfung und Menschen mit Boosterimpfung. 32 Prozent der Bevölkerung sind gar nicht geimpft, bei neun Prozent ist die Gültigkeit der Impfung schon abgelaufen.

In anderen Ländern hat die neue Virusvariante laut offiziellen Zahlen schon eine erhebliche Ausbreitung erreicht. Die US-Seuchenbehörde CDC erklärte zuletzt, dass Omikron die bisher vorherrschende Delta-Variante binnen kurzer Zeit verdrängt habe.

jok/Reuters