Leishmaniose-Gefahr Sandmücken erstmals in Hessen entdeckt

Der Klimawandel verändert Lebensräume - und kann damit auch die Gesundheit von Deutschen bedrohen. Forscher haben jetzt Sandmücken, potenzielle Überträger der gefährlichen Leishmaniose, in Hessen gefunden - so weit nördlich wie nie zuvor.
Sandfliege: Der potenzielle Überträger der Infektionserkrankung Leishmaniose dringt weiter nach Norden vor

Sandfliege: Der potenzielle Überträger der Infektionserkrankung Leishmaniose dringt weiter nach Norden vor

Foto: Frank Collins/ dpa

Frankfurt am Main - Sandmücken dringen weiter nach Norden vor. "Wir haben nun erstmals eine Sandmücken-Art innerhalb Hessens entdeckt", erklärte Sven Klimpel vom Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F) am Montag. Noch nie sei diese Art so weit nördlich gefunden worden. Sandmücken gelten als potenzielle Überträger der gefährlichen Krankheit Leishmaniose.

"Es handelt sich um die Sandmücken-Art Phlebotomus mascittii", sagte Klimpel. Das Tier wurde demnach bei einem bundesweiten Mückenmonitoring nahe Gießen rund 500 Meter entfernt von bewohnten Häusern gefunden. Es sei zwar noch nicht eindeutig bewiesen, dass die Art Infektionskrankheiten übertrage. "Aber die Vermutung liegt nahe, dass sie es kann", so Klimpel.

Leishmaniose ist in den Tropen verbreitet, kommt aber auch im Mittelmeerraum vor. Wegen der Ausbreitung der Sandmücken nach Norden gibt es inzwischen auch in Deutschland Fälle bei Tieren und vereinzelt auch bei Menschen. Die Erkrankung wird von Einzellern (Protozoa) verursacht und kann über den Speichel blutsaugender Insekten übertragen werden. Die Erreger können Hautgeschwüre verursachen, den Nasen-Rachenbereich befallen oder schwere Leber-, Milz- oder Knochenmarksschäden verursachen.

Das BiK-F gehört zu der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und der Frankfurter Goethe-Universität.

mbe/dpa
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