Long Covid Subtile Myokarditis könnte Grund für Herzprobleme sein

Atemnot, Herzrasen, Brustschmerzen: Für solche Beschwerden nach einer Coronainfektion sind laut einer Studie möglicherweise kleinste Entzündungen am Herzen verantwortlich, die bei Routineuntersuchungen oft nicht erkannt werden.
Eine Frau bei einer MRT-Untersuchung am Herzen (Symbolbild)

Eine Frau bei einer MRT-Untersuchung am Herzen (Symbolbild)

Foto: dpa

Auch nach einem milden Covid-19-Verlauf klagen Betroffene oft noch Monate nach der Erkrankung über Beschwerden. Viele von ihnen schildern Herzsymptome wie Belastungsintoleranz, Herzrasen oder Brustschmerzen. Verantwortlich dafür könnte laut einer Studie vom Universitätsklinikum Frankfurt, die im Fachblatt »Nature Medicine« veröffentlicht wurde , eine subtile Myokarditis (Herzmuskelentzündung) sein, wie das »Deutsche Ärzteblatt«  schreibt.

Die Fachzeitschrift berichtet über die Studie an der 346 Personen mit einem milden Verlauf einer Covid-Erkrankung teilgenommen haben. Sie wurden zweimal mittels MRT untersucht – einmal vier und einmal elf Monate nach der Erkrankung. Das Durchschnittsalter der Teilnehmenden war mit 43,3 Jahren relativ jung. 252 Teilnehmer und Teilnehmerinnen klagten demnach bei der Erstuntersuchung über Herzbeschwerden, die vor Covid-19 nicht vorhanden waren.

Bei den meisten seien die Herzsymptome mild oder moderat gewesen, nur neun Patienten fühlten sich durch die Beschwerden im täglichen Leben eingeschränkt.

Unauffällige Routinetests – erst ein leistungsstarkes MRT zeigt Hinweise

Routinetests bei den Patientinnen und Patienten lieferten zunächst keine Erklärung für die Beschwerden, auch die Laborwerte der Untersuchten waren unauffällig. Erst ein besonders leistungsstarker Magnetresonanztomograf (Kardio-MRT) bot eine mögliche Erklärung für die Symptome. Das Ergebnis der Scans: Bei den Betroffenen haben sich kleine, vernarbte Stellen am Herzmuskel gebildet (Myokardnarben). Diese können etwa bei einer Schädigung des Herzmuskels entstehen. Das Narbengewebe kann den Herzmuskel in seiner Funktion beeinträchtigen.

Erkennbar waren demnach auch minimale Perikardergüsse (Herzbeutelergüsse), also Flüssigkeit zwischen den beiden Schichten des Herzbeutels. Außerdem fanden die Mediziner weitere Entzündungsmerkmale bei den Betroffenen. Für die Erstautorin der Studie, Valentina Puntmann, passen diese Veränderungen laut »Ärzteblatt« zu den Symptomen der Patienten.

Bei 57 Prozent der Patienten bestanden diese Beschwerden demnach auch noch bei der Zweituntersuchung nach elf Monaten. Auch zu diesem Zeitpunkt waren Zeichen einer leichten, aber anhaltenden Herzentzündung erkennbar. Eine ausgeprägte Myokarditis, die den Herzmuskel tiefgreifend schädigen kann und die Herzfunktion gefähr­det, sei nicht gefunden worden.

Die Autorinnen und Autoren der Studie weisen allerdings darauf hin, dass die Patienten nicht repräsentativ für Post-Covid waren. Sie hätten von der Zielsetzung der Studie gewusst, »sodass Patienten mit kardialen Symptomen ein hö­heres Interesse an der Teilnahme hatten«.

svs
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