Bericht von Ärzten Mann stirbt nach übermäßigem Lakritzkonsum

Beim Mittagessen in einem Fast-Food-Restaurant bricht ein 54-Jähriger im US-Bundesstaat Massachusetts plötzlich zusammen. Kurze Zeit später ist er tot. Die Todesursache ist offenbar eine Überdosis Lakritze.
Lakritze: Die Menge macht das Gift

Lakritze: Die Menge macht das Gift

Foto: Patrick Sison / AP

Jeden Tag mindestens eine Tüte Lakritze und das über Wochen: US-Mediziner berichten von einem 54-Jährigen, der offenbar an den Folgen seines Naschverhaltens gestorben ist. Der Mann war in einem Fast-Food-Restaurant im US-Bundesstaat Massachusetts zusammengebrochen, schreiben seine behandelnden Ärzte im Fachblatt "The New England Journal of Medicine" . Er kam nicht wieder zu Bewusstsein und starb kurze Zeit später im Krankenhaus.

Zunächst konnten sich die Mediziner den plötzlichen Tod des Bauarbeiters nicht erklären. Ihr Patient hatte sich zwar eher ungesund ernährt und geraucht, aber keine Herzprobleme. Allerdings stellten die Ärzte einen eklatanten Kaliummangel fest, wahrscheinlich ausgelöst durch den übermäßigen Lakritzkonsum des Mannes.

Lakritze enthält Glycyrrhizin, das oft als Süßungsmittel eingesetzt wird und in hohen Dosen zu Nährstoffverlust, Kopfschmerzen und Bluthochdruck führen kann. Im Fall des 54-Jährigen löste das Pflanzenextrakt aus der Wurzel der Süßholzpflanze sehr wahrscheinlich den lebensbedrohlichen Kaliummangel aus, der zu einem Herzstillstand führte.

Der Fall sei zwar absolut selten, berichten die Ärzte. Dennoch sei es wichtig, auf die Gefahren von übermäßigem Lakritz-Konsum hinzuweisen. Auch andere Mediziner hatten in der Vergangenheit immer wieder von lebensbedrohlichen Folgen durch übermäßigen Konsum von Glycyrrhizin gewarnt. Im kanadischen Montreal litt ein Mann unter extrem erhöhtem Blutdruck, nachdem er über zwei Wochen hinweg täglich ein bis zwei Gläser Süßholztee getrunken hatte. Süßholz ist die Basis von Lakritz.

Wie viel Lakritz ist zu viel?

Ein weiterer potenziell schädlicher Bestandteil von Lakritze ist Ammoniumchlorid, das natürlich als Salmiak vorkommt und in hohen Dosen zu Übelkeit, Erbrechen und neurologischen Störungen führen kann. Enthält Lakritze eine erhöhte Menge an Ammoniumchlorid, muss das in Deutschland mit dem Hinweis "Erwachsenenlakritz" gekennzeichnet werden.

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hält eine Menge von zwei Unzen schwarzer Lakritze, umgerechnet knapp 60 Gramm, pro Tag über zwei Wochen hinweg für bedenklich, weil sie Herzrhythmusstörungen auslösen kann.

koe
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