Unternehmensdaten zu Coronaimpfstoff bei Kindern Moderna-Impfstoff offenbar bis zu 100 Prozent wirksam bei 12- bis 17-Jährigen

Das US-Unternehmen Moderna will im Juni die Zulassung seines Coronaimpfstoffs für ältere Kinder und Jugendliche beantragen. Nach Informationen des SPIEGEL zeigt eine Studie eine hohe Wirksamkeit und Verträglichkeit.
Ein Junge wird in Florida mit der Biontech-Vakzine geimpft (Archivbild)

Ein Junge wird in Florida mit der Biontech-Vakzine geimpft (Archivbild)

Foto:

Paul Hennessy / LightRocket / SOPA Images / Getty Images

Der Impfstoff von Moderna schützt Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren Angaben des Unternehmens zufolge bis zu 100 Prozent vor einer Covid-19-Erkrankung. Auch einzelne Covid-Symptome in Verbindung mit einem positiven PCR-Ergebnis könne die Vakzine zu 93 Prozent verhindern, bestätigte das US-Biotechunternehmen am Dienstag gegenüber dem SPIEGEL. Eine Überprüfung der Daten der sogenannten TeenCOVE-Studie durch unabhängige Wissenschaftler steht noch aus.

An der Untersuchung in den USA hatten den Daten zufolge 3732 Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren teilgenommen. Sie waren zufällig zwei Gruppen zugeordnet worden: Zwei Drittel der Teilnehmer hatten zwei Dosen mit je 100 Mikrogramm des Impfstoffs mRNA-1273 erhalten, ein Drittel hatte ein Placebo-Präparat ohne Wirkstoff bekommen. Nach zwei Impfungen hatte es in der Studiengruppe keine Covid-19-Erkrankung gegeben, in der Placebogruppe waren vier TeilnehmerInnen erkrankt. Damit betrage der Schutz vor Covid-19 100 Prozent, gibt das Unternehmen an.

Weil Kinder und Jugendliche allerdings deutlich seltener als Erwachsene an Covid-19 erkranken und häufig nur einzelne Symptome entwickeln, untersuchte das Unternehmen zudem, ob der Impfstoff auch vor milden Beschwerden schützt. Das Risiko für nur ein Covid-19-Symptom in Verbindung mit einem positiven PCR-Test nahm demnach um 93 Prozent ab. »Es ist vor allem erfreulich, dass der Moderna-Impfstoff auch vor einer Sars-CoV-2-Infektion schützen kann«, so Stéphane Bancel, CEO von Moderna, in einer Stellungnahme. »Wir werden unsere Daten Anfang Juni der FDA und den Zulassungsbehörden weltweit vorlegen und die Zulassung beantragen.«

Insgesamt sei der Impfstoff von den teilnehmenden Kindern und Jugendlichen gut vertragen worden, schwere Nebenwirkungen habe es nicht gegeben. Nach der ersten Impfung hatten die Probanden und Probandinnen vor allem über Schmerzen an der Einstichstelle geklagt, nach der zweiten Dosis seien häufig Kopfschmerzen, Müdigkeit, Muskelschmerzen und Schüttelfrost aufgetreten. »Daten zur Sicherheit werden weiter gesammelt, und die Studie wird weiterhin von einem unabhängigen Komitee für Überwachung der Sicherheit kontrolliert«, so das Unternehmen. »Alle Teilnehmer werden zwölf Monate nach der zweiten Impfstoffgabe beobachtet, um Sicherheit und Langzeitschutz zu überprüfen.«

Im Rahmen der KidsCOVE-Studie untersucht Moderna außerdem, ob seine Vakzine auch Kinder zwischen sechs Monaten und elf Jahren vor Covid-19 schützen kann. Derzeit befindet sich die Prüfung in Phase II.

In Deutschland ist bislang noch kein Impfstoff für Kinder und Jugendliche zugelassen. In den USA etwa ist die Vakzine von Biontech/Pfizer bereits für Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren zugelassen, nachdem die US-amerikanische Zulassungsbehörde FDA Studiendaten überprüft hatte. Bis dahin hatte die Zulassung nur für Personen ab 16 Jahren gegolten. Auch bei der europäischen Behörde Ema hat Biontech eine Zulassung für Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren beantragt.

Der Impfstoff mRNA-1273 von Moderna ist seit dem 6. Januar in der Europäischen Union für Personen ab 18 Jahren zugelassen. Die Vakzine wird ebenso in den Oberarm gespritzt, die zweite Dosis erfolgt vier bis sechs Wochen nach der Gabe der ersten. Eine Immunität ist 14 Tage nach der zweiten Impfung zu erwarten.

Die Daten von Erwachsenen hatten gezeigt, dass die zweifache Impfung zu 100 Prozent vor schweren Verläufen schützt. Eine Covid-19-Erkrankung allgemein konnte die Impfung zu 94 Prozent verhindern. Wer geimpft ist, gibt das Virus nur noch selten weiter, eine Ansteckung ist dennoch nicht ausgeschlossen.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.