Neue Zählmethode Mehr Schweinegrippe-Tote in den USA als gedacht

In den USA sind sehr viel mehr Menschen an der Schweinegrippe gestorben als bislang angenommen. Ein neues Erfassungsverfahren der Seuchenkontrolle kommt auf fast 4000 H1N1-Tote, darunter rund 450 Kinder.

Washington - Traurige Schweinegrippe-Bilanz: In den USA hat es seit dem Auftauchen des H1N1-Virus im April 3900 Todesfälle gegeben, darunter auch deutlich mehr Kinder als bisher gedacht. Es waren schätzungsweise 540 und damit viermal mehr als bislang angegeben. Zurückzuführen ist das aber nicht auf einen dramatischen Anstieg der Krankheitsfälle, sondern auf eine neue Zählmethode, wie die US-Seuchenkontrollbehörde CDC am Donnerstag mitteilte.

Demnach werden jetzt auch Todesfälle durch Sekundär-Infektionen nach Schweinegrippe-Erkrankungen mitgezählt und solche, bei denen eine Infizierung mit dem H1N1-Virus nicht explizit nachgewiesen wurde. Insgesamt liegt der CDC zufolge die Zahl der Todesfälle zwischen April und Mitte Oktober nach der neuen Zählmethode sechs Mal höher als bislang angenommen.

Die neuen Zahlen basieren auf genaueren Daten aus zehn Bundesstaaten, können aber nicht für Prognosen angewandt werden, wie das CDC betonte.

can/AFP/dpa-AFX
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