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30. März 2010, 07:51 Uhr

New York

US-Gericht annulliert Patente auf Krebs-Gene

Dieses Urteil könnte weitreichende Folgen für Biotechnologie und Medizinforschung haben: Ein New Yorker Gericht hat die Patente eines US-Konzerns auf Krebs-Gene annulliert. Bürgerrechtler hatten gegen die Patentierung protestiert.

New York - Ein New Yorker Gericht hat Genpatente grundsätzlich in Frage gestellt. Bezirksrichter Robert Sweet annullierte die Patente des US-Konzerns Myriad Genetics auf zwei Gene, die mit einem erhöhten Risiko für Brust- und Eierstockkrebs einhergehen.

Sweet erklärte, er halte DNA-Sequenzen nicht für patentierbar. Schließlich habe das Unternehmen sie weder erfunden noch an ihrer Funktion etwas geändert. Der Konzern verdiene Anerkennung für seine "wissenschaftlichen Leistungen", die Patentierung müsse indes aufgehoben werden, da "isolierte DNA sich nicht maßgeblich von der DNA unterscheide, die in der Natur existiere".

Myriad Genetics hat in den USA ein Monopol auf Tests zur Untersuchung der sogenannten BRCA-Gene. Mutationen dieser Gene erhöhen bei Frauen das Risiko für Brustkrebs um das Drei- bis Siebenfache und steigern auch die Wahrscheinlichkeit von Eierstockkrebs.

Die US-Bürgerrechtsorganisation ACLU und die Stiftung für öffentliche Patente (Pubpat) hatten gegen die Patentierung der BRCA-Gene geklagt. Sie argumentierten, wegen des Monopols auf die Tests könnten betroffene Frauen nicht einmal eine zweite Meinung einholen. Der Anwalt der ACLU nannte das Urteil eine große "Verbesserung für die Erforschung der Frauengesundheit".

anr/apn

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