Festnahme im Flugzeug Portugiesin fühlt sich nach Flucht aus Quarantäne »wie ein Hund behandelt«

Ein Paar war in den Niederlanden aus der Quarantäne getürmt. Nach ihrer Festnahme in einem Jet nach Spanien hat sich die positiv getestete Frau nun geäußert – und erhebt Vorwürfe gegen die Behörden.
Hotel nahe des Flughafens, in dem betroffene Passagiere untergebracht sind

Hotel nahe des Flughafens, in dem betroffene Passagiere untergebracht sind

Foto: KENZO TRIBOUILLARD / AFP

Mit ihrem Verhalten rund um die Quarantäne haben ein Mann und eine Frau in den Niederlanden für erhebliche Unruhe gesorgt – und für einen Polizeizugriff in einem Flugzeug, das nach Spanien fliegen sollte.

Nach seiner Flucht aus einem Quarantänehotel steht ein Paar nun in einer Klinik unter Quarantäne. »Sie sind jetzt an einem Ort, wo sie isoliert sind, in einem Krankenhaus«, sagte ein Sprecher der Grenzpolizei am Amsterdamer Flughafen Schiphol am Montag.

Das flüchtige Paar, eine Portugiesin und ihr spanischer Freund, war am Sonntag von Grenzpolizisten in einem Flugzeug gefasst worden, das nach Spanien fliegen sollte. Die beiden hatten zuvor ein Hotel verlassen, in dem positiv auf das Coronavirus getestete Reisende aus Südafrika untergebracht sind. Bei einigen von ihnen wurde auch die neue Omikron-Variante festgestellt.

»Wir mussten handeln und haben sie festgenommen«, sagte Grenzpolizei-Sprecher Robert van Kapel der Nachrichtenagentur AFP. Eine Sprecherin der Stadtverwaltung von Haarlemmermeer bestätigte, dass sich das Paar nun »in einem Krankenhaus in den Niederlanden« befinde.

»Diese Leute wurden einmal gebeten, im Hotel zu bleiben, dann wurden sie ein zweites Mal dringend gebeten, jetzt sind sie isoliert. Was sie getan haben, war nicht wirklich klug«, sagte die Sprecherin Petra Faber.

Angeblich um weitere Tests gebeten

In den Niederlanden sei es nicht illegal, nach einem positiven Coronatest nach draußen zu gehen. »Aber wenn man in ein Flugzeug steigt und weiß, dass man infiziert ist, dann ist es eine andere Geschichte«, so Faber.

Die Portugiesin wies die Vorwürfe gegenüber dem niederländischen Sender RTL zurück und beklagte, sie und ihr Partner seien »wie Hunde behandelt worden«. Vor ihrer Abreise aus Südafrika seien sie beide negativ auf das Coronavirus getestet worden. Bei ihrem Zwischenstopp in den Niederlanden sei ihr eigener Test dann positiv ausgefallen, berichtete sie.

Mehrere Tage habe sie um einen erneuten PCR-Test gebeten, zwei Selbsttests seien negativ ausgefallen. Ein Vertreter der niederländischen Gesundheitsbehörden und eine Sicherheitskraft in dem Quarantänehotel hätten ihnen daraufhin gesagt, sie könnten gehen, ohne Schwierigkeiten zu bekommen, erklärte die Frau.

Ein weiterer Fall der neuen Virusvariante ermittelt

»Die Behauptung, wir seien aus der Quarantäne geflohen, ist einfach nur lächerlich. Niemand hat uns gesagt, was die Regeln sind, wir wurden wie Hunde behandelt«, sagte die Portugiesin. Die Grenzpolizei habe sie »mit viel Aufhebens und Geschrei wie eine Kriminelle« aus dem Flugzeug geholt. »Ich weiß, wie wichtig es ist, dass sich jeder in dieser Krise an die Regeln hält«, sagte die Frau, die nach eigenen Angaben in der biomedizinischen Forschung tätig ist.

Die niederländischen Behörden hatten am Wochenende bekannt gegeben, dass 13 von 61 Reisenden, die am Freitag in zwei Fliegern aus Südafrika am Flughafen Schiphol angekommen waren, mit der neuen Omikron-Variante infiziert seien.

Am Montag erhöhte sich die Zahl der Omikron-Infizierten auf 14. Wie Gesundheitsminister Hugo de Jonge dem Parlament mitteilte, wurde der zusätzliche Fall durch eine sogenannte Sequenzierung bestätigt.

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Fast alle betroffenen Passagiere wurden in das Quarantänehotel in der Nähe des Flughafens gebracht. Einige andere durften auch nach Hause in Quarantäne gehen. Passagiere, die negativ getestet wurden, wurden ebenfalls in häusliche Quarantäne geschickt.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieser Meldung hieß es, bei der Reisenden handele es sich um eine Spanierin. Tatsächlich stammt sie aus Portugal. Wir haben den Fehler korrigiert.

jok/AFP
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