Während Oktoberfest In München steigen die Coronazahlen stark

Wie befürchtet hat das Oktoberfest wohl zu einem Anstieg der Coronainzidenz in München geführt: Sie ist um rund 77 Prozent gestiegen – deutlich mehr als im Rest Deutschlands. Die Wiesn dauert noch bis zum Wochenende.
»Himmel der Bayern«: Hacker Pschorr Festzelt auf der Wiesn

»Himmel der Bayern«: Hacker Pschorr Festzelt auf der Wiesn

Foto: Andreas Gebert / REUTERS

Eineinhalb Wochen nach Beginn des Oktoberfests steigen die Coronazahlen in München immer schneller: Auf Wochensicht ist die Inzidenz um knapp 77 Prozent auf 424,9 gestiegen, wie aus Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstagmorgen hervorgeht . Das ist deutlich mehr als der bayernweite Anstieg von 43,1 Prozent oder der deutsche von 29,4 Prozent.

Die Inzidenz ist die Zahl der erfassten Coronaneuinfektionen pro 100.000 Menschen binnen sieben Tagen. Da die Gesundheitsämter an Wochenenden praktisch keine neuen Fälle an das RKI melden, ist Dienstag in der Regel der erste Tag der Woche, an dem sich deutliche Anstiege in den Inzidenzen zeigen.

Ein Zusammenhang des Anstiegs mit dem Oktoberfest lässt sich derzeit zwar kaum beweisen, er liegt aber nahe: Auch bei anderen Volksfesten hatte sich häufig etwa eineinhalb Wochen nach Beginn ein deutlicher Anstieg in den Inzidenzen gezeigt. Oft waren diese dann noch gut eine Woche weiter gestiegen. Auch Expertinnen und Experten hatten im Vorfeld des Oktoberfests eine Wiesn-Welle vorhergesagt.

Die Inzidenzzahlen haben inzwischen allerdings an Aussagekraft eingebüßt. Expertinnen und Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Coronafälle aus – vor allem, weil viele Infizierte keinen PCR-Test mehr machen lassen. Nur positive PCR-Tests fließen in die Statistik ein. Zudem können Nachmeldungen und Übermittlungsprobleme zur Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

kry/dpa
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