Covid-19 in Deutschland Robert Koch-Institut meldet Höchstzahl an Todesfällen

In Deutschland wurden innerhalb eines Tages mehr als 400 Covid-19-Todesfälle gemeldet. Auch die Zahl der Neuinfektionen stieg.
Intensivstation des Universitätsklinikums Greifswald: Arbeit am Bett eines Covid-19-Patienten

Intensivstation des Universitätsklinikums Greifswald: Arbeit am Bett eines Covid-19-Patienten

Foto: Jens Büttner / dpa

In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen 24 Stunden 410 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Damit ist am Mittwoch (Stand: 25.11., 00.00 Uhr) ein neuer Höchstwert erreicht worden. Die Gesamtzahl der Todesfälle stieg demnach auf 14.771. Der bislang höchste Stand war Mitte April mit 315 gemeldeten Todesfällen binnen eines Tages erreicht worden.

Auch die Zahl der Patienten, die wegen einer Covid-19-Erkrankung auf Intensivstationen in Deutschland behandelt wird, erreichte im November die höchsten Werte seit Beginn der Pandemie.

Innerhalb eines Tages wurden 18.633 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet – gut tausend Fälle mehr als vor einer Woche. Am vergangenen Mittwoch hatte die Zahl bei 17.561 gelegen.

Insgesamt wurden seit dem Beginn der Pandemie in Deutschland laut den jüngsten Zahlen des Instituts 961.320 Infektionsfälle registriert. Die Zahl der Genesenen lag bei 656.400.

Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Dienstagabend bei 0,97 (Vortag: 0,97). Das heißt, dass hundert Infizierte rechnerisch knapp hundert weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Grüne fordern bundesweit einheitliche Corona-Regeln

Bundesweit nicht einheitliche Corona-Regeln sorgen derzeit bisweilen für Verwirrung. Die Grünen-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, hat langfristige und bundesweit einheitliche Vorgaben eingefordert. »Was wir brauchen ist erstens Transparenz und Ehrlichkeit. Und wir brauchen Perspektive. Und dazu gehört es, dass wir Risikostufen haben«, sagte sie am Mittwochmorgen im ARD-»Morgenmagazin«. Die Regeln sollten bundesweit einheitlich gelten und je nach Infektionsgeschehen vor Ort angewandt werden.

Die Debatten zwischen den Ländern in den vergangenen Wochen hätten zu Unsicherheit bei den Menschen geführt. »Man verliert die Übersicht, und man verliert die Nerven«, sagte Göring-Eckardt.

Die Ministerpräsidenten der Länder wollen am heutigen Mittwoch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über eine Verlängerung der Corona-Regeln beraten. Am Montagabend hatten sie sich auf eine Linie geeinigt, mit der sie in die Beratungen gehen. Demnach sollen Kontaktbeschränkungen ab Anfang Dezember verschärft werden. Vom 23. Dezember bis zum 1. Januar aber soll es zu Lockerungen kommen.

Allerdings forderten einige Regierungschefs kurz nach den Verhandlungen im Länderkreis bereits Nachbesserungen. Umstritten ist etwa die Frage, wie viele Personen sich an Weihnachten treffen dürfen. Nach den Vorschlägen der Länder sollen bis zu zehn Personen erlaubt sein, Kinder bis 14 Jahre ausgenommen.

Bei dieser Frage müsse noch einmal diskutiert werden, wie viele Haushalte und wie viele Kinder erlaubt seien, sagte Göring-Eckardt. »Ich hoffe sehr, dass wir nicht dazu kommen, dass alle kreuz und quer durch die Republik fahren, und es dann nicht am Ende zehn sein werden, sondern an jedem Tag zehn.« Dann könne eine Situation im Januar und Februar entstehen, die Deutschland in »wirklich große Schwierigkeiten« bringe, erklärte die Grünen-Fraktionschefin.

ala/dpa
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