Klinische Studie zu Paxlovid Coronamedikament von Pfizer zeigt hohe Wirksamkeit

Ein neues Mittel des US-Arzneimittelherstellers kann das Risiko eines schweren Verlaufs bei stark gefährdeten Patienten um fast 90 Prozent senken. Das Kombinationsmedikament soll als »Paxlovid« auf den Markt kommen.
In einem Labor in Freiburg stellt Pfizer das antivirale Covid-19-Medikament Paxlovid her

In einem Labor in Freiburg stellt Pfizer das antivirale Covid-19-Medikament Paxlovid her

Foto: AFP / Pfizer

Der US-amerikanische Pharmahersteller Pfizer hat endgültige Studienergebnisse  zur Wirksamkeit eines antiviralen Medikaments vorgelegt, das schwere und tödliche Verläufe bei einer Corona-Erkrankung verhindern soll.

Demnach konnte das Mittel das Risiko eines Krankenhausaufenthalts und eines Todesfalls bei Hochrisikopatienten und -patientinnen, die das Medikament innerhalb von drei Tagen oder weniger nach Auftreten der Symptome erhielten, um 89 Prozent senken.

Keine Todesfälle in der Gruppe, die das Medikament bekam

Die Studie umfasst die Daten von rund 2250 Probanden. Keiner der Studienteilnehmer, die sich mit Sars-CoV-2 infizierten und das Medikament von Pfizer erhielten, verstarb. In der Kontrollgruppe, deren Mitglieder ein Placebo eingenommen hatten, habe es zwölf Todesfälle gegeben.

Diese Daten seien der US-Arzneimittelbehörde FDA mitgeteilt worden. Der Antrag auf Notfallzulassung läuft bereits.

Verabreicht wird das neue Mittel als Kombinationspräparat: Die Pille von Pfizer, die Nirmatrelvir genannt wird, müsse zusammen mit dem bekannten antiviralen Mittel Ritonavir eingenommen werden – kurz nach Einsetzen der Symptome, alle zwölf Stunden, für fünf Tage. Erhältlich sein soll die Kombinationsbehandlung, bestehend aus zwei Tabletten Nirmatrelvir und einer Tablette Ritonavir, unter dem Namen »Paxlovid«. Ritonavir wird derzeit zum Beispiel in der Therapie von HIV-Infektionen eingesetzt.

Jüngste Labortests deuteten zudem darauf hin, dass das Medikament seine Wirksamkeit auch im Fall einer Infektion mit der Omikron-Variante beibehält.

Effekt auch bei Erwachsenen mit normalem Risiko

Pfizer legte auch erste Daten aus einer zweiten klinischen Studie vor. Diese vorläufigen Ergebnisse zeigten, dass die Behandlung mit dem Medikament auch bei einer Gruppe von 600 Erwachsenen ohne Vorerkrankungen und besondere gesundheitliche Konditionen die Zahl der Krankenhausaufenthalte  um etwa 70 Prozent senken konnte.

»Wir sprechen hier von einer unglaublichen Anzahl von geretteten Leben und verhinderten Krankenhausaufenthalten. Und natürlich können wir die Übertragung drastisch reduzieren, wenn wir dieses Mittel schnell nach der Infektion einsetzen«, sagte Mikael Dolsten, der den Bereich Forschung bei Pfizer leitet.

Die Notfallzulassung durch die FDA und andere Arzneimittelbehörden wird in Kürze erwartet. Die US-Regierung habe bereits zehn Millionen Behandlungseinheiten für mehr als fünf Milliarden Dollar bestellt.

Das Merck-Medikament Molnupiravir scheint weniger wirksam zu sein

Bislang sind in den USA keine antiviralen Tabletten gegen Covid-19 zugelassen.

Der Pharmakonzern Merck & Co. hatte zwar ebenfalls eine Notfallzulassung für seine Pille Molnupiravir beantragt. Doch in einer klinischen Studie mit Hochrisikopatienten konnte das Medikament die Zahl der Krankenhausaufenthalte und Todesfälle nur um rund 30 Prozent senken. Inzwischen mehren sich zudem Berichte  über mögliche gesundheitliche Schäden nach einer Behandlung mit Molnupiravir.

vki/Reuters
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