Internationale Studie Forscher errechnen durchschnittliche Penislänge

Welche Penisgröße ist normal? Forscher haben die Länge des Geschlechtsteils von gut 15.000 Männern bestimmt. Ergebnis: Die Deutschen liegen unter dem Durchschnitt.
Männliches Geschlechtsteil an einer Skulptur in den Herrenhäuser Gärten in Hannover: 9,16 Zentimeter im Durchschnitt

Männliches Geschlechtsteil an einer Skulptur in den Herrenhäuser Gärten in Hannover: 9,16 Zentimeter im Durchschnitt

Foto: Julian Stratenschulte/ dpa

Es wurden Lieder über sie geschrieben, und in Teenagerfilmen durften flache Witze zu dem Thema nicht fehlen - es geht um die Penislänge. So viele Mythen sich um sie ranken, so wenige belastbare Daten zur Normalgröße gab es bislang. Nun haben Forscher in der bisher größten systematischen Übersichtsanalyse Orientierung geschaffen.

David Veale vom King's College London und Kollegen werteten knapp 20 Studien aus, in denen die Penisgröße oder der Penisumfang von mehr als 15.500 Männern im Alter von 17 bis 91 Jahren von Fachpersonal erfasst wurde.

Demnach ist der durchschnittliche Penis in schlaffem Zustand 9,16 Zentimeter lang, in schlaffem gestreckten Zustand 13,24 Zentimeter. In erigiertem Zustand erreicht der Durchschnittspenis eine Länge von 13,12 Zentimetern, berichten die Forscher im Fachmagazin "BJU International" .

Auch den durchschnittlichen Umfang errechneten Veale und Kollegen aus den Daten: Demnach hat der durchschnittliche erschlaffte Penis einen Umfang von 9,31 Zentimetern, bei Erregung erreicht er einen Wert von 11,66 Zentimetern.

Deutsche Männer unter dem Durchschnitt

Die höchsten Längenwerte fanden die Forscher in einer Studie mit gut 900 Männern aus Frankreich. Die durchschnittliche Penislänge in schlaffem Zustand liegt demnach bei den Franzosen bei 10,74 Zentimetern. Schottland kommt mit 10,2 Zentimetern auf Platz zwei (Messung bei gut 600 Männern). Die deutschen Männer haben mit einer Durchschnittsgröße von 8,6 Zentimetern etwas kleinere Penisse als der Durchschnitt (Messung bei 111 Probanden).

Allerdings hat der direkte Ländervergleich Schwächen: So schwankt die Gruppengröße der einzelnen Studien zwischen 52 bei den Griechen und mehr als 3000 bei den Italienern. Einige Nationen waren in mehreren Studien vertreten, mit unterschiedlichen Ergebnissen (siehe Grafik). Da die meisten Teilnehmer aus den analysierten Studien kaukasischer Herkunft sind, ließen sich keine Unterschiede zwischen Kulturräumen untersuchen. Mit Kaukasiern sind in der Studie Europäer, Südasiaten und Nordafrikaner gemeint.

Es gibt immer wieder Gerüchte, dass sich die Penisgröße an anderen anatomischen Merkmalen ablesen lasse, etwa an der Größe der Nase oder der Größe des Zeigefingers im Verhältnis zum Ringfinger. Die Wissenschaftler fanden jedoch keinen Zusammenhang zwischen der Penislänge, dem Body-Mass-Index, der Zeigefingerlänge, der Hodengröße oder dem Alter. Lediglich beim Verhältnis von Körper- und Penisgröße im erigierten Zustand entdeckten sie eine schwache Korrelation. Sprich: Große Männer haben tendenziell einen größeren Penis.

Auch unterdurchschnittliche Werte sind normal

"Wir glauben, dass unsere Daten Ärzten helfen werden, die große Mehrheit der Männer davon zu überzeugen, dass ihre Penislänge im normalen Bereich liegt", erklärt Veale. Man müsse sich klar machen, dass bei normaler Verteilung die Hälfte der Bevölkerung einen kleineren Penis hat als der Durchschnitt. Auch Werte unterhalb von 9,16 Zentimetern sind demnach kein Grund zur Sorge. Laut Wolfgang Bühmann vom Berufsverband der deutschen Urologen reicht die Spanne dessen, was normal ist von 7,5 bis 19 Zentimeter im Ruhezustand, "wobei es deutlich mehr 7,5er als 19er gibt."

Männer schätzen ihre Penisgröße häufig zu negativ ein. Eine Online-Befragung mit mehr als 52.000 Männern und Frauen ergab etwa, dass 85 Prozent der Frauen zufrieden mit der Penisgröße ihres Partners waren, aber nur 55 Prozent der Männer mit ihrer eigenen Penisgröße.

Nun wollen die Forscher anhand ihrer Daten genauer untersuchen, wie sich Selbsteinschätzung und Realität unterscheiden. Außerdem sollen die Daten helfen, Kondome herzustellen, die besser passen.

jme/Mit Material von dpa