Übertragung durch Murmeltiere Innere Mongolei warnt wegen Pestverdacht

Nach einem Verdachtsfall von Beulenpest warnen die Behörden der Inneren Mongolei davor, Murmeltiere zu jagen und zu essen: Bei Kontakt mit den Tieren kann die Pest übertragen werden.
Murmeltier (Archivbild)

Murmeltier (Archivbild)

Foto: Eric Dragesco/ Nature Picture Library/ imago images

Nach einem Verdachtsfall von Beulenpest in der Stadt Bayan Nur haben die Behörden in der Inneren Mongolei eine Warnung herausgegeben. Diese verbietet das Jagen und Verzehren von Tieren, die die Pest übertragen können. Dazu zählen insbesondere Murmeltiere.

Außerdem wurde die Bevölkerung der zu China gehörenden autonomen Region aufgefordert, alle Verdachtsfälle von Pest sowie Fieber mit unklarer Ursache zu melden. Ebenso soll man berichten, wenn man kranke oder tote Murmeltiere gesehen hat.

Zuletzt erkrankten im November mehrere Menschen in der Inneren Mongolei an der Pest.

Nicht nur in China kommt es immer wieder zu vereinzelten Infektionen mit Pesterregern. Nach Auskunft der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es in verschiedenen Ländern Pestfälle. Von 2010 bis 2015 zählte die Organisation 3248 Erkrankte weltweit, 584 davon starben.

Pesterreger wird meist von Flöhen übertragen

Verursacher der Pest ist das Bakterium Yersinia pestis. Der Erreger wird meist von Flöhen übertragen, die auf Ratten, Murmeltieren oder anderen Wildtieren leben. Wird ein Mensch von einem infizierten Floh gebissen, zeigen sich nach bis zu sieben Tagen Symptome wie bei einer schweren Grippe, dann schwellen Lymphknoten zu dicken Beulen an. Sie können zehn Zentimeter Durchmesser haben, etwa im Schritt oder unter den Achseln.

Bei einer frühen Diagnose sind die Heilungschancen der Beulenpest hoch. Denn die Erreger können mit Antibiotika bekämpft werden. Ohne Behandlung sterben drei bis sechs von zehn Erkrankten an den Folgen der Infektion.

Bedeutend seltener, aber gefährlicher ist die Lungenpest. Sie kann über die Atemluft von Mensch zu Mensch übertragen werden. Symptome sind unter anderem Husten und blutiger Auswurf. Unbehandelt führt die Lungenpest dem Robert Koch-Institut zufolge  fast immer zum Tod.

wbr/Reuters
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