Robert Koch-Institut Sieben-Tage-Inzidenz sinkt leicht weiter – noch mehr als 118.000 Neuinfektionen

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen ist nur sehr gering gefallen – von 1350 auf 1346. Experten gehen zudem von einer hohen Zahl von Fällen aus, die in den Daten nicht erfasst sind.
Prüfung von Corona-Abstrichen in einem Labor

Prüfung von Corona-Abstrichen in einem Labor

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat binnen 24 stunden 118.032 Corona-Neuinfektionen in Deutschland registriert. Das sind mehr als 7000 Fälle weniger als am Samstag vor einer Woche, wie die Behörde unter Berufung auf die Angaben der Gesundheitsämter mitteilte . Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist damit erneut gesunken – allerdings nur noch sehr leicht.

Während der Wert der Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner und Woche am Sonntagmorgen noch 1346,3 betrug, lag er am Vortag mit bei 1350,4 nur wenig höher. Vor einer Woche hatte die bundesweite Inzidenz bei 1466,5 (Vormonat: 638,8) gelegen.

73 neue Todesfälle

Die Angaben gehen aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 5 Uhr wiedergeben. Expertinnen und Experten gehen von einer hohen Zahl von Fällen aus, die in den RKI-Daten nicht erfasst sind. Testkapazitäten und Gesundheitsämter sind demnach vielerorts am Limit, Kontakte werden nur noch eingeschränkt nachverfolgt. Zudem dürfte es eine größere Zahl von Menschen geben, die ihre Infektion nicht mehr über einen PCR-Test bestätigen lassen – die Infektion fließt damit nicht in die offizielle Statistik ein.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 73 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 58 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 13.563.126 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken gekommenen Corona-infizierten Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 6,24 an (Donnerstag: 5,97). Darunter sind auch viele Menschen mit positivem Coronatest, die eine andere Haupterkrankung haben. Am Wochenende wird der Wert nicht gemeldet.

Mützenich verteidigt RKI-Chef Wieler

Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Sonntag mit 9.673.700 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 121.275.

Das RKI war für seine Rolle in der Pandemie zuletzt heftig kritisiert worden. Mehrere Politiker der FDP griffen das RKI und dessen Chef, Lothar Wieler, persönlich an. Auslöser war unter anderem, dass das RKI den Genesenenstatus mit Wirkung vom 15. Januar überraschend von sechs auf drei Monate verkürzt hatte. Viele Bürger verloren quasi über Nacht ihr Recht, in Restaurants, Bars oder in Fitnessstudios zu gehen.

SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich hat Wieler nun verteidigt. »Ich vertraue dem RKI und auch seinem Chef«, sagte Mützenich den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Das RKI habe beachtliche Arbeit geleistet und sich große Verdienste bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie erworben. Mützenich schob Verantwortung jedoch von sich: »Am Ende muss der Gesundheitsminister entscheiden, zu wem er Vertrauen hat in dieser Pandemie. Karl Lauterbach hat Herrn Wieler dieses Vertrauen ausgesprochen

apr/dpa
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