Coronalage in Deutschland RKI meldet 48.910 Neuinfektionen – Inzidenz sinkt weiter

Auch an diesem Freitag gehen die Coronakennzahlen merklich zurück. Binnen 24 Stunden registrierten die Gesundheitsämter 151 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus.
Person mit Schutzmaske (Symbolbild)

Person mit Schutzmaske (Symbolbild)

Foto: Michael Gstettenbauer / imago images/Michael Gstettenbauer

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Freitagmorgen mit 361,8 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 4.55 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 383,2 gelegen (Vorwoche: 485,7; Vormonat: 688,3). Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage.

Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus – wegen überlasteter Gesundheitsämter und weil nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur diese zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 48.910 Coronaneuinfektionen (Vorwoche: 68.999 registrierte Ansteckungen) und 151 Todesfälle (Vorwoche: 164) innerhalb eines Tages.

Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende immer mehr Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Bei Kindern wird nach Einschätzung des RKI derzeit häufiger Grippe als Corona diagnostiziert. Betroffen seien insbesondere 5- bis 14-Jährige, schreibt das Institut in seinem am Donnerstagabend veröffentlichten Wochenbericht. Das RKI beruft sich auf Erkenntnisse aus der virologischen Überwachung. »Bei Auftreten von Symptomen einer neu auftretenden Atemwegserkrankung wie z.B. Schnupfen, Halsschmerzen oder Husten wird – unabhängig vom Impfstatus und auch bei negativem Covid-19 Testergebnis – dringend empfohlen, Kontakte zu meiden und bei Bedarf die hausärztliche Praxis zu kontaktieren«, hieß es.

Eine Grippewelle hat auch bislang in der Saison 2021/22 nach wissenschaftlicher Definition gar nicht erst begonnen, in der jüngsten Zeit wurden in Deutschland aber doch noch etwas mehr Grippefälle verzeichnet. Die RKI-Fachleute sprechen von geringfügig erhöhter Influenza-Aktivität. Die Arbeitsgemeinschaft Influenza hatte für die vergangene Woche von knapp 2000 gemeldeten Fällen berichtet. Bei Grippe wird eine hohe Dunkelziffer nicht erkannter und nicht gemeldeter Fälle angenommen.

Zahlen sinken, Druck bleibt hoch

Zur Entwicklung der Coronapandemie hält das RKI fest, dass die Sieben-Tage-Inzidenz vergangene Woche weiter gesunken sei: um 13,5 Prozent im Vergleich zur Woche davor. Viele Indikatoren zu Krankenhauseinweisungen und Todesfällen nähmen weiter ab. »Der Infektionsdruck bleibt mit circa 400.000 innerhalb der letzten Woche an das RKI übermittelten Covid-19-Fällen hoch.«

Der Anteil der Omikron-Subvariante BA.5 in Deutschland wächst laut Bericht, aber bisher auf sehr niedrigem Niveau. Er lag nach den jüngsten verfügbaren Daten, einer Stichprobe von vorletzter Woche, bei 1,4 Prozent. In den Wochen zuvor waren es 0,5 und 0,3 Prozent. Das Wachstum der seit einiger Zeit vorherrschenden Omikron-Variante BA.2 scheint indes gestoppt zu sein, der Wert sank nun leicht auf 97,4 Prozent.

jok/dpa