Zahlen des RKI Sieben-Tage-Inzidenz steigt nach dem Jahreswechsel deutlich

Dem Robert Koch-Institut wurden 18.518 Neuinfektionen gemeldet. Zudem registrierten die Gesundheitsämter 68 weitere Coronatote. Wegen des Silvesterfestes gehen die Experten von einer Untererfassung aus.
Covid-19-Intensivstation in Sachsen (Archivbild)

Covid-19-Intensivstation in Sachsen (Archivbild)

Foto: Robert Michael / dpa

Im Dezember 2021 waren die Coronawerte noch nahezu konstant zurückgegangen. Nun jedoch, kurz nach dem Jahreswechsel, meldet das Robert Koch-Institut (RKI) binnen 24 Stunden 18.518 Coronaneuinfektionen. Das sind 4610 Fälle mehr als am Montag vor einer Woche, als 13.908 Positivtests gemeldet wurden.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt deutlich auf 232,4 von 222,7 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben.

68 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle binnen eines Tages auf 112.223. Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als 7,2 Millionen Coronatests positiv aus.

Das RKI weist zudem darauf hin, dass zum Jahreswechsel weniger getestet wurde und demnach vermutlich auch weniger Fälle gemeldet worden sind. Zudem hätten nicht alle Ämter ihre Daten übermittelt.

Neue Strategie ist nötig

Am Freitag wollen Bund und Länder zu einer neuen Schaltkonferenz zusammenkommen, um die weitere Strategie zu beraten. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) rechnet mit einer schnellen Entscheidung über eine Verkürzung der Quarantänefristen bei Coronainfektionen.

Um zu verhindern, dass die Omikron-Welle zu groß werde, werde es bei der Bund-Länder-Runde am Freitag »auf jeden Fall neue Beschlüsse geben«, kündigte Lauterbach am Sonntagabend im Interview von RTL/ntv an. Dabei gehe es um eine Änderung der Quarantäneverordnung, aber zum Beispiel auch um die Frage, welche Kontaktbeschränkungen angemessen seien.

Laut dem Minister ist Eile geboten

Ob Lauterbach nur eine Verkürzung der Quarantänefristen für Kontaktpersonen oder sogar kürzere Isolationszeiten für Infizierte erwägt, blieb offen. Geklärt werden müsse unter anderem, inwieweit die Fristen für Menschen mit Auffrischungsimpfung geändert werden könnten, sagte er. Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hatte kürzlich eine Befreiung von der Quarantäne für geboosterte Kontaktpersonen ins Gespräch gebracht.

Lauterbach machte deutlich, dass angesichts der Ausbreitung der hochansteckenden Omikron-Variante in Deutschland Eile geboten sei: »Die Fallzahlen werden sehr stark steigen, und das wird dann auch viele Ungeimpfte treffen, und die sind nicht geschützt. Daher mache ich mir da große Sorgen.«

Der Corona-Expertenrat der Bundesregierung hatte vor Weihnachten vor einer extremen Belastung des Gesundheitssystems und der gesamten kritischen Infrastruktur wie Kliniken, Feuerwehr oder Stromversorgung gewarnt, sollten viele Menschen zeitgleich krank werden oder in Quarantäne müssen.

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Großbritannien und die USA haben bereits die Dauer für Infizierte ohne Symptome verkürzt, um akutem Personalmangel in Bereichen vorzubeugen, die für die Grundversorgung und Sicherheit nötig sind. Spanien und Portugal verkürzten die Quarantänedauer für symptomlose Infizierte von zehn auf sieben Tage. Eine Rolle spielen dabei auch Indizien, dass Omikron seltener zu schweren Krankheitsverläufen führen dürfte.

jok/Reuters