Coronavirus 33.949 Neuinfektionen – RKI meldet höchsten Tageswert seit Pandemiebeginn

Die Zahl der Coronafälle in Deutschland ist laut Robert Koch-Institut erneut deutlich gestiegen. Binnen 24 Stunden registrierten die Gesundheitsämter zudem 165 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus.
Coronatest in Deutschland (Archivbild)

Coronatest in Deutschland (Archivbild)

Foto: INA FASSBENDER/ AFP

In Deutschland wird derzeit intensiv über Booster-Impfungen debattiert – und dabei immer wieder auf die Risiken einer vierten Coronawelle im Herbst und Winter verwiesen. Diese Diskussion könnte angesichts der jetzt vorliegenden Viruszahlen noch einmal an Schärfe gewinnen.

Die aktuelle Zahl der täglich gemeldeten Neuinfektionen hat den Höchststand der dritten Infektionswelle im Frühjahr übertroffen. Am 22. April hatte der Wert bei 29.518 gelegen, nun meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen einem Tag 33.949 Corona-Neuinfektionen.

Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards  von Donnerstag 03.50 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 28.037 Ansteckungen gelegen. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz lag demnach bei 154,5. Am Vortag hatte der Wert bei 146,6 gelegen, vor einer Woche bei 130,2.

Es blieb zunächst offen, inwiefern der Feiertag Allerheiligen am Montag in fünf Bundesländern eine Rolle bei der Entwicklung der Zahlen spielte. Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 165 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 126 Todesfälle.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.672.368 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Coronapatienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen – den für eine mögliche Verschärfung der Coronabeschränkungen wichtigsten Parameter – gab das RKI am Mittwoch mit 3,62 an (Dienstag: 3,29). Bei dem Indikator muss berücksichtigt werden, dass Krankenhausaufnahmen teils mit Verzug gemeldet werden. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 4.328.400 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 96.192.

Im Video: Karl Lauterbach zur Coronalage in Deutschland

DER SPIEGEL

Streit um Impfungen in der Pflegebranche

Neben der Frage der Auffrischungsimpfungen gibt es mit Blick auf die steigenden Belastungen unter anderem im Krankenhäusern und Arztpraxen noch eine weitere Debatte. Der Vorsitzende des Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, fordert eine verpflichtende Impfung für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Pflegesektor. »Kein Ungeimpfter darf Kontakt zu einer derart vulnerablen Gruppe haben, weder beruflich noch als Besucher. Das gilt für Senioren- und Pflegeheime wie für Intensivstationen«, sagt Weigeldt der »Bild«-Zeitung.

Dagegen unterstützt der deutsche Pflegerat Pläne für eine Testpflicht von ungeimpften Beschäftigten in Pflegeeinrichtungen, lehnt eine Impfpflicht aber ab. »Verpflichtende Tests finden wir absolut richtig, weil wir natürlich einen Schutz für die Bewohnerinnen und Bewohner aufbauen müssen«, sagte die Präsidentin Christine Vogler der Nachrichtenagentur dpa. Im Pflegerat haben sich große Berufsverbände der Pflegebranche zusammengeschlossen.

Die Pflegeratspräsidentin sprach sich gegen einen »Impfzwang« aus. Stattdessen sei bei der Werbung für die Impfung noch viel Luft nach oben. »Wo sind die Broschüren, wo sind die Plakate, die Spots vor der ›Tagesschau‹?« Auch die Einrichtungen sollten ihre Beschäftigten nach Ansicht Voglers noch besser informieren und Anreize zur Impfung schaffen. »Möglich wäre ein zusätzlicher Urlaubstag oder Ähnliches.«

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Der neue Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Hendrik Wüst (CDU), spricht sich ebenfalls für verpflichtende Coronatests in Alten- und Pflegeheimen aus. Dies sei »absolut richtig«, sagte er am Mittwochabend in den ARD-»Tagesthemen«. Es könne nicht sein, »dass wir nach all den Monaten der Erfahrungen wieder die Fehler machen vom Anfang der Pandemie, wo Menschen einsam gestorben sind«.

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Zugleich bekräftigte Wüst seine Unterstützung für ein baldiges Bund/Länder-Treffen zur Abstimmung des weiteren Vorgehens angesichts der stark steigenden Infektionszahlen – trotz der noch laufenden Koalitionsverhandlungen. »Das Virus wird nicht abwarten, bis in Berlin alles wieder ordentlich sortiert ist.«

jok/aar/dpa
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