Neuer Corona-Höchstwert Robert Koch-Institut meldet fast 20.000 Neuinfektionen

Binnen 24 Stunden haben sich 19.990 Menschen in Deutschland mit Corona infiziert. Immer mehr Labors kommen mit dem Testen nicht mehr hinterher. Das RKI warnt vor Verzögerungen.
Drive-in-Teststation in Lüdenscheid im März

Drive-in-Teststation in Lüdenscheid im März

Foto: Markus Klümper/ dpa

Die Corona-Lage in Deutschland spitzt sich weiter zu. Die Zahl der Neuinfektionen hat einen neuen Höchstwert erreicht. Binnen 24 Stunden seien 19.990 neue Fälle registriert worden, teilte das Robert Koch-Instituts (RKI) mit.

Den bisherigen Höchstwert hatte das RKI am vergangenen Samstag mit 19.059 Fällen gemeldet. Am Donnerstag vor einer Woche lag die Zahl bei 16.774. Die Zahl der Todesfälle stieg um 118 auf insgesamt 10.930.

Die jetzigen Infektionszahlen sind nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, da mittlerweile wesentlich mehr getestet wird und dadurch auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Noch Ende September hatte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gewarnt, dass es zu Weihnachten 19.200 Neuinfektionen am Tag geben könnte. Dieser Wert wurde bereits Ende Oktober fast überschritten.

R-Wert weiter unter 1

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag laut RKI-Lagebericht am Mittwoch bei 0,81. Ein Infizierter steckt also im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen an. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Zum Vergleich: Am Vortag lag er noch bei 0,94.

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Mittwoch bei 0,92.

Labors kommen mit Tests nicht hinterher

Angesichts der steigenden Coronazahlen kommen immer mehr Labors mit der Auswertung von Tests nicht hinterher. 69 Labors meldeten in der vergangenen Kalenderwoche einen Rückstau von insgesamt 98.931 abzuarbeitenden Proben an das RKI. Zwei Wochen zuvor waren es noch 52 Labors mit 20.799 abzuarbeitenden Proben. 55 Labors machten laut RKI zuletzt auf Lieferschwierigkeiten aufmerksam. Ihnen fehlen Reagenzien unter anderem zum Auswerten der Tests, Plastikverbrauchsmaterialien und Pipettenspitzen.

Es gebe in den letzten Wochen zunehmend Berichte von Labors, die sich stark an den Grenzen ihrer Auslastung befänden, schreibt das RKI. "Mit steigenden Probenzahlen, wie sie zurzeit aufgrund der weiten Indikationsstellung zu beobachten sind, verlängern sich auch die durchschnittlichen Bearbeitungszeiten."

Betroffenen würden die Ergebnisse unter Umständen später mitgeteilt, auch die Meldung an das Gesundheitsamt könnte verzögert werden. Es sei deshalb "dringend geboten", den Einsatz der Tests zu priorisieren.

In den vergangenen zwei Monaten ist die Zahl der Corona-Tests in Deutschland um mehr als 400.000 pro Woche gestiegen. 191 Labors meldeten zuletzt rund 1,6 Millionen solcher Laboruntersuchungen in einer Woche. Auch die Positiv-Rate der Tests stieg deutlich. Sie liegt derzeit bei etwa 7,3 Prozent, Ende August noch bei 0,7 Prozent.

slü/dpa