Coronavirus in Deutschland RKI registriert knapp 248.000 Neuinfektionen – Inzidenz steigt weiter

Auch an diesem Donnerstagmorgen meldet das Robert Koch-Institut neue Höchststände bei den Coronakennzahlen. Binnen 24 Stunden wurden 238 weitere Virustote ermittelt.
Intensivstation in Sachsen (Archivbild)

Intensivstation in Sachsen (Archivbild)

Foto: Jan Woitas / dpa

Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Coronaneuinfektionen in Deutschland hat erneut einen Höchstwert erreicht. Sie lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) am Donnerstagmorgen bundesweit bei 1465,4. Am Mittwoch hatte sie bei 1450,8 gelegen, am Donnerstag vergangener Woche noch bei 1283,2. Die Inzidenz beziffert die Zahl der neuen Ansteckungen pro 100.000 Einwohner im Zeitraum von sieben Tagen.

Wie das RKI unter Berufung auf Daten der Gesundheitsämter mitteilte, lag die Zahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden am Donnerstagmorgen bei 247.862 – nach 234.250 am Mittwoch und 236.120 am Donnerstag vergangener Woche. Wie das RKI weiter mitteilte, wurden am Donnerstag zudem 238 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus verzeichnet.

Seit Pandemiebeginn verzeichneten die Gesundheitsämter nach Angaben des RKI insgesamt 11.769.540 Infektionsfälle. Die Gesamtzahl der registrierten Coronatoten in Deutschland liegt nun bei 119.453. Die Zahl der von einer Coronaerkrankung genesenen Menschen in Deutschland beziffert das RKI auf rund 8.478.100.

Als entscheidenden Maßstab für eine Verschärfung oder Lockerung der Coronamaßnahmen hatten Bund und Länder im November die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz festgelegt. Dieser Wert gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wegen einer Coronainfektion im Krankenhaus liegen. Laut dem aktuellsten RKI-Bericht lag die Hospitalisierungsinzidenz am Mittwoch bundesweit bei 6,07.

Debatte über Aussage von Lauterbach

Im Zusammenhang mit den Todesopfern der Pandemie gibt es Kritik an einer Äußerung von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD).

Dieser hatte am Dienstagabend im ZDF erneut eindringlich vor verfrühten Lockerungen bei den Coronamaßnahmen gewarnt. Wenn Deutschland den Weg Israels mit wegfallenden Maßnahmen gehen würde, käme Deutschland auf eine höhere Sterbequote. »Ich mag mir einfach gar nicht vorstellen, dass wir in einer Situation wären, so spät in der Pandemie, wo wir gute Impfungen haben, wo wir dann 400, 500 Tote am Tag hätten«, so der Gesundheitsminister.

Ethikratsmitglied Stephan Rixen sagte dem Portal ZDFheute.de am Mittwoch hingegen, dass »Bedrohungsszenarien ins Blaue hinein Grundrechtsbeschränkungen nicht rechtfertigen« könnten.

Rixen weiter: »Grundrechtseingriffe müssen sich auf nachvollziehbare Prognosen zur weiteren Entwicklung der Pandemie stützen. Wenn nicht klar ist, wie die Zahl der Menschen, die wahrscheinlich wegen Lockerungen versterben, zustande gekommen ist, dann ist auch nicht klar, wieso Freiheitsbeschränkungen weiterhin geboten sein sollen.«

Thorsten Lehr, Leiter des Covid-19-Simulators, an der Universität des Saarlands teilte ZDFheute.de mit, dass 500 Coronatote pro Tag unter bestimmten Bedingungen möglich seien: »Nach unseren Simulationen sind 400 bis 500 Tote pro Tag im Sieben-Tage-Schnitt möglich, falls die Inzidenzen im Peak über 3500 bis 4000 liegen.«

jok/AFP
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