Saudi-Arabien Fünf Todesfälle wegen neuartiger Coronaviren

Lungenentzündung, Nierenversagen - oft mit tödlichem Ausgang: Ein neuartiges Coronavirus löst eine gefährliche Erkrankung aus. In Saudi-Arabien werden nun fünf neue Todesfälle gemeldet.
Coronavirus: Fünf Todesopfer in Saudi-Arabien

Coronavirus: Fünf Todesopfer in Saudi-Arabien

Foto: REUTERS/ HPA

In Saudi-Arabien sind in den vergangenen Tagen fünf Menschen an dem vor einem Jahr entdeckten neuartigen Coronavirus gestorben. Der Erreger hat Ähnlichkeit mit der vor zehn Jahren weltweit grassierenden Atemwegserkrankung Sars. Zumindest in manchen Fällen scheint auch eine Infektion von Mensch zu Mensch möglich.

Zu den Todesfällen sei es im Osten des Landes gekommen, zwei weitere Erkrankte würden auf der Intensivstation behandelt, gab das Gesundheitsministerium in der Nacht zum Donnerstag bekannt. Es würden alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen, um mutmaßliche weitere Erkrankte zu identifizieren, so die Behörden in Riad. Wie viele Menschen untersucht werden, blieb aber zunächst unbekannt.

Seit der Entdeckung des mysteriösen Virus, das anders als Sars auch zu einem raschen Nierenversagen führt, starben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO 16 Infizierte. Mitte März war in München ein Mann aus dem arabischen Raum an dem Virus mit der Abkürzung hCoV-EMC ("humanes Coronavirus-Erasmus Medical Center") gestorben. Der 73-Jährige war zur Behandlung aus Abu Dhabi nach Deutschland gebracht worden. Das Klinikum München Schwabing hatte erklärt, der Mann habe an einer schweren Vorerkrankung gelitten. Auch in der Essener Uniklinik war solch ein Coronavirus-Patient behandelt worden - zunächst aus Unwissen sogar ohne besondere Schutzmaßnahmen. Der Mann aus Katar hat die Infektion überlebt.

Inzwischen wissen Forscher zumindest, wie der Erreger in den menschlichen Körper gelangt: Im Gegensatz zum Sars-Erreger nutzt er zur Infektion keinen Rezeptor. Stattdessen dringt er über das Enzym DPP4 in die Zellen ein, das sich häufig an deren Oberfläche befindet. Forscher hoffen, dass diese Erkenntnis die Suche nach Therapien voranbringt.

Die WHO warnte unlängst vor der Ausbreitung des Sars-ähnlichen Virus. Patienten mit unerklärbaren Lungenentzündungen oder mit komplizierten Atemwegserkrankungen, die nicht auf Medikamente reagierten, sollten auf das Coronavirus untersucht werden. Coronaviren werden für die meisten Erkältungen verantwortlich gemacht. Bei einer Sars-Epidemie waren im Jahr 2003 weltweit rund 8000 Menschen infiziert worden, etwa 800 von ihnen starben.

chs/AFP
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