Schweinegrippe Bürger lassen sich nur zögerlich impfen

Schweinegrippe-Impfung, nein danke! Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung hat eine Impfung bisher abgelehnt. Jetzt appellieren Ärzte, Kassen und Politiker gemeinsam für eine Immunisierung gegen H1N1. Bevor die Bundesländer auf dem Impfstoff sitzenbleiben, wollen sie Teile an bedürftige Länder abgeben.

Grippesymptome: Noch geben Behörden keine Entwarnung - eine zweite Welle sei möglich
ddp

Grippesymptome: Noch geben Behörden keine Entwarnung - eine zweite Welle sei möglich


Berlin - Bereits Ende Oktober zeichnete sich der Trend ab, und auch sechs Wochen nach Beginn der Schweinegrippe-Impfung in Deutschland ist die Lage unverändert: Die Resonanz der Bevölkerung und beim medizinischen Personal ist gering. Lediglich fünf Prozent der Bevölkerung haben sich bisher gegen den H1N1-Erreger impfen lassen. Selbst bei Ärzten und Pflegepersonal liege die Impfquote bei nur 15 Prozent. Das hat am Montag der Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler anlässlich des zweiten Impfgipfels bekanntgegeben.

Auch wenn der Scheitelpunkt der aktuellen Welle offenbar überschritten sei, dürfe die Gefahr des Virus nicht verharmlost werden, sagte Rösler. Eine zweite Infektionswelle könne durchaus noch kommen. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) sind bisher rund 190.000 Schweinegrippe-Infizierte in Deutschland gemeldet worden. 86 Menschen seien gestorben, etwa 85 Prozent der Toten wiesen Vorerkrankungen auf, sagte der RKI-Präsident Jörg Hacker.

Der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Wolfram Hartmann, rief die Bevölkerung erneut dazu auf, sich impfen zu lassen. Hartmann zufolge sind fünf bis sechs Millionen Menschen gegen das H1N1-Virus immunisiert. "Bisher hat es durch das Impfen keinen einzigen Todesfall in Deutschland gegeben", sagte Hartmann. Obwohl die Grippe wesentlich harmloser verlaufe als befürchtet, empfehle er eine Impfung auch bei Kindern ab dem sechsten Monat. "Auch wer bereits Grippesymptome hatte, sollte sich immunisieren lassen", sagte Hartmann.

"Erhebliche Pannen"

Gleichzeitig räumte Hartmann ein, zu Beginn der Impfkampagne habe es "erhebliche Pannen" gegeben. So sei die Ärzteschaft schlecht über die Zusammensetzung der neuen Impfstoffe informiert gewesen. Die Auslieferung der Stoffe sei teilweise "chaotisch" verlaufen. Dem "Impfgedanken" sei dadurch Schaden zugefügt worden, dabei sei kein Arzneimittel in Deutschland so sicher wie Impfstoffe.

Unterdessen bereiten sich die Bundesländer auf den Fall vor, dass sie die bestellten Impfdosen nicht ausreichend unter die Bevölkerung verteilen können. Dem Bielefelder "Westfalen-Blatt" sagte der Staatssekretär im thüringischen Gesundheitsministerium, Hartmut Schubert, es sei sinnvoll, im Rahmen der Entwicklungshilfe überzähligen Impfstoff abzugeben. Zudem wollen die Bundesländer 2,2 Millionen der insgesamt 50 Millionen Schweinegrippe-Impfdosen ins Ausland verkaufen. Derzeit frage man das Interesse anderer Staaten ab, sagte Rösler. Die Ukraine habe bereits früher eine Kaufbereitschaft signalisiert.

Bis zum Frühjahr sollen die 50 Millionen Impfdosen ausgeliefert werden. Die Kosten für die Impfung tragen die Krankenkassen. Das finanzielle Risiko für nicht verbrauchte Impfdosen liegt indes aber bei den Ländern, die für die Seuchenabwehr zuständig sind.

cib/ddp/AP/dpa/Reuters

insgesamt 2572 Beiträge
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Genta Micin 24.10.2009
1.
Zitat von sysopBundesweite Impfaktionen, heftige Diskussionen um Impfstoffe und die Möglichkeit einer Pandemie beschäftigen seit Monaten Politik, Medien und Öffentlichkeit in Sachen Schweinegrippe. Wie real ist die Bedrohung durch die Krankheit wirklich?
Momentan ist sie sicher gering, aber ob und wann sich das ändern wird, weiß niemand.
Orthogräfin, 24.10.2009
2.
Zitat von sysopBundesweite Impfaktionen, heftige Diskussionen um Impfstoffe und die Möglichkeit einer Pandemie beschäftigen seit Monaten Politik, Medien und Öffentlichkeit in Sachen Schweinegrippe. Wie real ist die Bedrohung durch die Krankheit wirklich?
Warum dieser neue Thread? Reichen mehr als 1000 Antworten (http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=8487) im Forum "Gesellschaft" nicht für die Page Impressions? Wozu das alles nochmal durchkauen?
Maschinchen, 24.10.2009
3.
Zitat von sysopBundesweite Impfaktionen, heftige Diskussionen um Impfstoffe und die Möglichkeit einer Pandemie beschäftigen seit Monaten Politik, Medien und Öffentlichkeit in Sachen Schweinegrippe. Wie real ist die Bedrohung durch die Krankheit wirklich?
Wie real die Bedrohung ist, kann noch nicht einmal von Expertenseite bemessen werden. Bislang verlaufen die Fälle - zum Glück - glimpflich. Das muss aber nicht zwangsläufig so bleiben. Um gemäß des Vorsorgeprinzips den pandemischen worst case zu verhindern, ist es daher unbedingt notwendig, flächendeckend zu impfen. Wer sich einer Impfung gegen die neue Grippe aus welchen Gründen auch immer entzieht, gefährdet seine und die Gesundheit seiner Mitmenschen.
saul7 24.10.2009
4. Wenn
Zitat von sysopBundesweite Impfaktionen, heftige Diskussionen um Impfstoffe und die Möglichkeit einer Pandemie beschäftigen seit Monaten Politik, Medien und Öffentlichkeit in Sachen Schweinegrippe. Wie real ist die Bedrohung durch die Krankheit wirklich?
man die mediale Geschäftigkeit um das Thema zugrunde legt, drängt sich einem der Eindruck auf, dass bereits eine reale Bedrohung vorliegen könnte. Das ist aber mitnichten so. Die Zahlen der weltweit Erkrankten und an der Infektion Verstorbenen sprechen eine andere Sprache. Es gibt derzeit keinen Anlass zur Panik oder Hysterie.
isnogud75 24.10.2009
5. nein
Zitat von sysopBundesweite Impfaktionen, heftige Diskussionen um Impfstoffe und die Möglichkeit einer Pandemie beschäftigen seit Monaten Politik, Medien und Öffentlichkeit in Sachen Schweinegrippe. Wie real ist die Bedrohung durch die Krankheit wirklich?
Die Bedrohung durch die Schweinegrippe existiert zur Zeit zum Glück nur in den Köpfen der Politiker und Pharmalobbyisten. Von einer Pandemie dagegen kann man nur sprechen, wenn man weltweit mit Millionen von Toten rechnen muß. Solange aber durch die sogenannte Schweinegrippe nur genauso wenige Leute sterben wie durch die "klassische" Grippe, haben wir es hier nur mit Panikmache und Hysterie zu tun.
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