Schweinegrippe Schwerkrankes Kind mit H1N1-Infektion gestorben

Bei einem in München verstorbenen Jungen ist das Schweinegrippe-Virus nachgewiesen worden. Todesursache sei aber eine schwere Lungenentzündung gewesen, erklärten die behandelnden Ärzte. Weitere Schweinegrippe-Fälle seien in dem Krankenhaus nicht aufgetreten.

H1N1-Untersuchung im Robert-Koch-Institut: Zweiter Todesfall in Deutschland, der mit Schweinegrippe in Zusammenhang steht
dpa

H1N1-Untersuchung im Robert-Koch-Institut: Zweiter Todesfall in Deutschland, der mit Schweinegrippe in Zusammenhang steht


München - Es ist der zweite Fall in Deutschland, der mit der Schweinegrippe zumindest in Zusammenhang steht. Ende September war in Essen eine Frau an Lungenversagen gestorben, die neben anderen Erkrankungen wie einer Blutvergiftung das H1N1-Virus in sich trug. Nun ist ein Fünfjähriger in München gestorben, auch er hatte nach Angaben der Ärzte eine schwere, lange bestehende Vorerkrankung.

Bei dem Kind aus dem Landkreis München sei auch das Schweinegrippe-Virus nachgewiesen worden, teilte das Städtische Klinikum München mit. "Dieser medizinische Verlauf lässt jedoch nicht folgern, dass von dem H1N1-Virus eine zunehmende Gefahr ausgeht", erklärte das Klinikum. Es lasse sich nicht sagen, ob die tödliche Lungenentzündung durch das Schweinegrippe-Virus ausgelöst worden sei, meinte der Leitende Oberarzt der Kinderklinik Schwabing, Peter Freisinger.

Weitere Schweinegrippe-Fälle seien in dem Krankenhaus nicht aufgetreten, erklärte Freisinger. Der Junge sei in der Kinderklinik Schwabing von Anfang an isoliert untergebracht worden. Eine Sprecherin des Landratsamtes München sagte, bisher gebe es noch keine Erkenntnisse, wo der Junge sich mit dem Schweinegrippe-Virus angesteckt habe.

Normale Impfung könnte Teilschutz bieten

Eine aktuelle Studie deutet unterdessen darauf hin, dass die normale Grippeimpfung für diesen Winter auch einen gewissen Schutz vor der Schweinegrippe bieten könnte. Eine Ärztegruppe unter Leitung des mexikanischen Epidemieforschers José Luis Valdespino berichtet über ihre Ergebnisse im "British Medical Journal".

Die Mediziner hatten von März bis Mai dieses Jahres die Daten von 60 Patienten des Instituts für Erkrankungen der Atemwege in Mexiko ausgewertet, die allesamt an Schweinegrippe erkrankt waren. Sie verglichen diese Daten mit denen von 180 Patienten, die andere Krankheiten hatten. Dabei stellten die Mediziner fest, dass unter den nicht mit dem H1N1-Virus infizierten Kranken ein größerer Anteil gegen die saisonale Grippe geimpft worden war als bei den Schweinegrippe-Patienten. Auch verlief die Schweinegrippe bei geimpften Patienten deutlich seltener tödlich.

Die Ärzte schließen daraus, dass die Stärkung der Abwehrkräfte durch die normale saisonale Grippeimpfung auch einen gewissen Schutz vor der Schweinegrippe bietet. Die Autoren der Studie weisen aber darauf hin, dass die Zahl der untersuchten Patienten relativ klein war. Außerdem seien alle im gleichen Krankenhaus behandelt worden. Die Forscher schlagen weitere Untersuchungen vor und warnen nachdrücklich vor einem Verzicht auf die Impfung gegen das H1N1-Virus. Diese dürfe keinesfalls durch die saisonale Grippeimpfung ersetzt werden.

chs/AP/AFP/dpa



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ZumPostwinkel 05.09.2009
1. Weiterbeschäftigung
Zitat von sysopDie Maßnahmen gegen die Schweinegrippe gipfeln in einer groß angelegten Massenimpfung, die schon kurz nach Ankündigung kritisiert wurde. Hohe Kosten, wenig Effizienz, so hieß es. Wie sinnvoll kann die Impfung noch sein? Wer profitiert davon?
Natürlich in erster Linie die Pharma-Industrie, namentlich GlaxoSmithKline, Novartis, Roche... Und natürlich die Politiker, die sich durch selbst inszenierte Panikmache als Hüter der Volksgesundheit darstellen möchten, sich aber insgeheim bereits einen Posten bei der Pharma-Industrie sichern, für den Fall, daß ihre erbärmliche Polit-Karriere zu Ende geht. Siehe Gas-Gerd und die Ostsee-Pipeline..
Frosty127 05.09.2009
2.
Zitat von sysopDie Maßnahmen gegen die Schweinegrippe gipfeln in einer groß angelegten Massenimpfung, die schon kurz nach Ankündigung kritisiert wurde. Hohe Kosten, wenig Effizienz, so hieß es. Wie sinnvoll kann die Impfung noch sein? Wer profitiert davon?
Wie der Vorredner schon sagte: Die Pharmabranche. Leider habe ich versäumt noch Aktien der Firmen zu kaufen. Dann könnte ich immerhin noch von der Panikmache profitieren ... Ich bin schon sehr gespannt, wer letztlich wirklich die Impfung in Anspruch nimmt.
Frosty127 05.09.2009
3.
Zitat von sysopDie Maßnahmen gegen die Schweinegrippe gipfeln in einer groß angelegten Massenimpfung, die schon kurz nach Ankündigung kritisiert wurde. Hohe Kosten, wenig Effizienz, so hieß es. Wie sinnvoll kann die Impfung noch sein? Wer profitiert davon?
Wie der Vorredner schon sagte: Die Pharmabranche. Leider habe ich versäumt noch Aktien der Firmen zu kaufen. Dann könnte ich immerhin noch von der Panikmache profitieren ... Ich bin schon sehr gespannt, wer letztlich wirklich die Impfung in Anspruch nimmt.
ZumPostwinkel 05.09.2009
4.
Zitat von Frosty127Wie der Vorredner schon sagte: Die Pharmabranche. Leider habe ich versäumt noch Aktien der Firmen zu kaufen. Dann könnte ich immerhin noch von der Panikmache profitieren ... Ich bin schon sehr gespannt, wer letztlich wirklich die Impfung in Anspruch nimmt.
Eine repräsentative SPIEGEL-Umfrage hatte jüngst ergeben, dass sich nur 13 Prozent der Deutschen gegen den Influenza-Erreger H1N1 immunisieren lassen wollen, weitere 25 Prozent wollen die Impfung "wahrscheinlich". Besonders impfmüde zeigten sich junge Menschen: Nur 28 Prozent aller 18- bis 29-Jährigen standen der Impfung positiv gegenüber.
turkisharmy 05.09.2009
5. Schweinegrippe
Gestern die Vogelgrippe,heute die Schweinegrippe,morgen die Pferdegrippe, übermorgen gibst die Rindergrippe, Affengrippe,Hundegrippe,Katzengrippe usw. und sofort. Bei Grippe hilft nur Hühnersuppe!!!!!
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