Prämierte Wissenschaftsfilme Das Virus als Kinostar

Millionen Atome, eine Roboter-Revolution: Das Science Film Festival des Goethe-Instituts lockte in 13 Ländern Millionen Zuschauer in die Kinos. Sehen Sie hier einige der prämierten Beiträge.

Vimeo/Cameron Duguid

Hamburg - Stellen Sie sich eine Welt vor, in der sich Viren schnell erforschen lassen. Dadurch gäbe es wirksame Arzneimittel, sodass gefährliche Erreger Menschen nicht mehr schaden könnten. Dank Supercomputern wird diese Entwicklung deutlich beschleunigt, sagt Simon Pampena.

Am Beispiel eines 3D-Poliovirus-Modells, für das 3,6 Millionen Atome mit einem Supercomputer sichtbar gemacht wurden, erklärt der Forscher des National Enterovirus Reference Laboratory Melbourne in Australien die dreidimensionale Forschung. Mit dem Modell können Forscher etwa testen, ob neue Medikamente den Erreger wirksam bekämpfen können.

Sein Film ist einer von 70 Beiträgen, die durch die Jury des Science Film Festivals prämiert wurden. Diesjähriger Schwerpunkt: "Zukunftstechnologien". Für den internationalen Wettbewerb des Goethe-Instituts hatten Forscher insgesamt 277 wissenschaftliche Filme eingereicht - darunter gleich mehrere Beiträge der Max Planck Gesellschaft, des Barcelona Supercomputing Centers oder der japanischen NHK Association.

YouTube/BSC CNS
580.000 Besucher in 13 Ländern in Südostasien, Nordafrika und dem Nahen Osten verfolgten das diesjährige Festival - es ist somit das größte seiner Art. Für das Festival werden alle Beiträge in den jeweiligen Landessprachen synchronisiert und anschließend in Museen, Schulen oder Universitäten gezeigt.

Revolution der Roboter

Ausgezeichnet in der Kategorie "Visuelle Effekte" wurde "Simply Complex" (oben) von Cameron Duguid. Der Forscher des Scottish Documentary Institute nutzte für seinen Beitrag verschiedene Animationsmethoden, um die Funktion der menschlichen DNA verständlich zu machen - dabei kommt er ohne langwierige Erklärungen aus, ein Kommentator in dem Beitrag ist komplett unnötig.

Viele der diesjährigen Beiträge widmeten sich dem Thema Supercomputer, so auch Fernando Cucchietti vom Barcelona Supercomputing Center. Mit seinem Team erstellte er einen kurzen Dokumentarfilm, der die Auswirkungen des High Performance Computing für Wissenschaft, Technologie und Gesellschaft veranschaulicht. In Interviews und Visualisierungen erklärt der Film Forschungsprojekte zu Molekulardynamik, Astrophysik, Nanotechnologie oder zu personalisierter Medizin.

Den Humanoiden Robotern widmen Yoshikazu Ikawa und Tatsushi Tachibana ihren Beitrag - der 50-Minüter gewann den Sonderpreis der Jury. Der Beitrag zeigt, dass sich Roboter bereits mit ihrem eigenen Willen bewegen, Treppen steigen oder Werkzeuge benutzen können - doch die Atomkatastrophe in Fukushima habe gezeigt, dass Roboter, die auf die Durchführung von einzelnen Aufgaben spezialisiert sind, nicht ausreichen. In für Menschen unzugänglichen Situationen und Orten müssen diese in der Lage sein, intelligente Entscheidungen zu treffen und viele verschiedene Aufgaben zu lösen.

Ikawa und Tachibana verfolgten, was an der Spitze der Roboter-Revolution passiert - dazu drehten sie auch in den Labors von ASIMO, einer Tochter des Automobilherstellers Honda. Hier läuft die Entwicklung fortschrittlicher Roboter, die an den Kernkraftwerken in Fukushima arbeiten können sollen.

Organisiert wurde es durch Mitarbeiter des Goethe-Instituts und einer wissenschaftlichen Jury in Kambodscha, Ägypten, Indonesien, Laos, Jordanien, Thailand und Vietnam. Die nächste Runde läuft bereits. Eingereicht werden können Beiträge zum Thema Licht.

nik

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