Coronavirus in Deutschland Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 706,3

Das RKI hat binnen 24 Stunden 140.160 Coronaneuinfektionen registriert. Auch bei der Sieben-Tage-Inzidenz gab es einen neuen Höchstwert. In manchen Regionen nimmt die Belastung auf den Normalstationen bereits massiv zu.
Flinger Straße in Düsseldorf

Flinger Straße in Düsseldorf

Foto: Michael Gstettenbauer / imago images/Michael Gstettenbauer

Der Inzidenzwert und die Coronaneuinfektionen in Deutschland haben neue Höchstwerte erreicht. Das Robert Koch-Institut (RKI)  gab die Sieben-Tage-Inzidenz am Freitagmorgen mit 706,3 an. Am Vortag hatte der Wert noch bei 638,8 gelegen, vor einer Woche waren es noch 470,6. Die Zahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden betrug nach Daten der Gesundheitsämter 140.160 – nach 133.536 am Vortag und 92.223 vor einer Woche.

Es war bereits der achte Tag in Folge mit einer neuen Rekordinzidenz und der dritte Tag mit einem neuen Höchstwert bei den Neuinfektionen. Die Inzidenz beziffert die Zahl der neuen Ansteckungen pro 100.000 Einwohner im Zeitraum von sieben Tagen. Weiterhin wurden am Freitag 170 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gezählt.

Seit Pandemiebeginn verzeichneten die Gesundheitsämter laut den jüngsten Angaben des Instituts insgesamt 8.460.546 Infektionsfälle. Die Gesamtzahl der registrierten Coronatoten in Deutschland stieg auf 116.485. Die Zahl der von einer Erkrankung durch das Coronavirus genesenen Menschen in Deutschland bezifferte das Institut mit rund 7.178.000.

Als entscheidenden Maßstab für eine Verschärfung der Coronamaßnahmen hatten Bund und Länder im November die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz festgelegt. Dieser Wert gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wegen einer Coronainfektion im Krankenhaus liegen. Laut dem aktuellsten RKI-Bericht vom Donnerstag lag die Hospitalisierungsinzidenz bundesweit bei 3,56.

Das RKI hatte zuletzt allerdings eine Stagnation bei der sogenannten Hospitalisierungsinzidenz festgestellt. Im jüngsten Wochenbericht vom Donnerstag stellte das RKI auch einen weiter rückläufigen Trend bei den Patientenzahlen auf den Intensivstationen fest – die aktuell explodierenden Infektionszahlen werden sich demnach allerdings erst verzögert dort widerspiegeln.

Omikron-Welle belastet bereits Normalstationen

Nach Angaben der Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat die Belastung auf den Normalstationen in Regionen mit hohen Omikron-Infektionszahlen bereits massiv zugenommen. »Mit Blick auf die Zahlen scheint zwar die Belastung auf der Intensivstation abzunehmen, die Belastung auf der Normalstation bleibt allerdings hoch oder steigert sich sogar deutlich«, sagte der Vorstandsvorsitzende Gerald Gaß den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). Dies machten die ersten Zahlen aus den besonders von Omikron betroffenen Bundesländern deutlich.

Mit Blick auf die Bund-Länder-Beratungen am Montag verlangte Gaß konkrete Aussagen zur allgemeinen Impfpflicht. »Wir brauchen Klarheit beim Thema Impfpflicht und das sowohl bezogen auf die allgemeine, als auch auf die einrichtungsbezogene Impfpflicht«, sagte Gaß weiter. »Gerade bei der einrichtungsbezogenen Impfpflicht brauchen wir Rechtssicherheit und ein einheitliches Vorgehen aller Gesundheitsämter in Deutschland.«

Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) sprach sich unterdessen klar für die rasche Einführung einer allgemeinen Impfpflicht aus. »Die Impfpflicht für Erwachsene ist alternativlos, um die Pandemie langfristig hinter sich zu lassen«, sagte Divi-Präsident Gernot Marx dem RND. »Ohne eine höhere Impfquote bleiben wir in einer Art Dauerschleife verhaftet.«

Der Mediziner rechnet damit, dass die Impfpflicht weitere Ausbruchswellen wirksam verhindere und so der Weg aus der Pandemie gelinge. »Wir können nicht in jeder Wintersaison wieder eine neue Welle zahlreicher schwerer Covid-19-Verläufe riskieren«, sagte Marx.

cop/AFP