Stammzell-Betrug Südkoreanischer Klonforscher Hwang schuldig gesprochen

Weil er Stammzellstudien gefälscht hat, ist der südkoreanische Gentechnik-Forscher Hwang Woo Suk nun verurteilt worden. Ein Gericht sprach ihn schuldig, Forschungsgelder veruntreut zu haben.
Hwang Woo Suk und Anhänger (nach dem Prozess am 26. Oktober): Zweijährige Bewährungsstrafe wegen Veruntreuung von Forschungszuschüsse

Hwang Woo Suk und Anhänger (nach dem Prozess am 26. Oktober): Zweijährige Bewährungsstrafe wegen Veruntreuung von Forschungszuschüsse

Foto: JO YONG-HAK/ REUTERS

Alzheimer

Seoul - Eine Zeit lang schien er einer der Stars der internationalen Stammmzellszene zu sein. Der südkoreanische Klonforscher Hwang Woo Suk ("The King of Cloning"), 56, galt als Pionier bei der Herstellung maßgeschneiderter , mit denen Krankheiten wie behandelt oder geschädigte Organe geheilt werden sollten. Doch dann kam der tiefe Fall: Vor drei Jahren wurde Hwang als Fälscher enttarnt. Nun hat ihn ein südkoreanisches Gericht zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt.

Hwang wurde für schuldig befunden, staatliche Forschungszuschüsse veruntreut zu haben, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap. Vom Vorwurf, private Investoren um ihr Geld betrogen zu haben, sei er hingegen freigesprochen worden. Die Staatsanwaltschaft hatte vier Jahre Haft für Hwang beantragt.

Hwang war im Jahr 2004 zu Berühmtheit gelangt, nachdem er in der Fachpresse behauptet hatte, erstmals Stammzelllinien aus einem geklonten menschlichen Embryo entwickelt zu haben. Später wollte er solche Stammzellen auf einzelne Patienten zugeschnitten haben. 2005 musste er zugeben, für Forschung Eizellen seiner Mitarbeiterinnen benutzt zu haben. 2006 schließlich erklärte eine Untersuchung Hwangs gesamte Stammzellforschung für gefälscht. Das renommierte Fachjournal "Science" musste zwei nachweislich gefälschte Studien von Hwang zurückziehen.

Zuletzt hatte der Mann von sich reden gemacht, als er ankündigte, wieder ins Klongeschäft einsteigen zu wollen - und zwar mit Tieren. Das passt insofern, als dass die Klonierung des Hundes "Snuppy" im Jahr 2005 offenbar einer der wenigen Fälle war, in denen Hwang tatsächlich mit Erfolg experimentiert hatte.

chs/dpa/AFP/Reuters/AP