Skandal um Studie Stammzell-Sensation entpuppt sich als Pleite 

Stammzellen mit einem einfachen Säurebad erzeugen - japanische Forscher wollten 2014 genau diesen Riesenfortschritt geschafft haben. Die vermeintliche Sensation entpuppte sich als Flop. Letztlich zog das Labor die Studie zurück.

Mausembryo: Aus Stammzellen kann jede Art von Gewebe entstehen
DPA/ Riken

Mausembryo: Aus Stammzellen kann jede Art von Gewebe entstehen


Die Studie schien eine Sensation zu sein: Im Januar hatten Forscher berichtet, Mauszellen durch ein kurzes Säurebad in den Embryonalzustand versetzen zu können. Die Herstellung von Gewebe jeglicher Art auf simple Weise schien möglich. Doch an der aufsehenerregenden Arbeit zur Verjüngung von Zellen kamen schnell Zweifel auf. Unter anderem wiesen anonyme Blogger auf der Plattform "Pubpeer" auf methodische Fehler hin. Bilder seien doppelt verwendet, eine Abbildung zusammengeschnitten worden und das Verfahren nicht rekonstruierbar.

Auf der Webseite des Fachjournals "Nature" hieß es am 17. Februar, der Vorfall werde weiter untersucht. Letztlich zog Wissenschaftlerin Haruko Obokata, Hauptverantworliche für die Arbeit, ihren Beitrag im Juni schriftlich zurück, zuvor hatte sie dies immer abgelehnt. Was zu ihrem Sinneswandel führte, wurde nicht bekannt.

Im August bestätigte auch das verantwortliche Institut, das japanische Forschungszentrum Riken, diesen Schritt: Man habe es nicht geschafft, die sensationellen Ergebnisse zu wiederholen. Man versuche es allerdings weiter. Es sei völlig offen, ob dies am Ende gelingen werde.

nik

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