Dritte Coronaimpfung Stiko hält Booster »mittelfristig« für alle für sinnvoll

Booster für alle – oder nur für Menschen ab 70 Jahren? Nach uneinheitlichen Empfehlungen vonseiten der Politik und der Stiko, hat sich das Expertengremium jetzt geäußert.
Coronaimpfstoff: Booster wohl bald für alle empfohlen

Coronaimpfstoff: Booster wohl bald für alle empfohlen

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

Wer eine Auffrischimpfung erhalten soll und wer noch nicht, dazu gab es in den vergangenen Tagen unterschiedliche Aussagen: Auf der einen Seite betonte Gesundheitsminister Jens Spahn, dass alle einen Anspruch auf die Impfung hätten. Auf der anderen Seite empfahl die Ständige Impfkommission (Stiko) den sogenannten Booster nur für Menschen ab 70 Jahren und einige andere Gruppen, etwa Menschen mit einer Immunschwäche. Ärztevertreter ärgerten sich, dass Spahn »Erwartungen schüre« und betonten, dass sie nach der Stiko-Emfpehlung impfen.

Jetzt hat die Stiko zu den Booster-Impfungen Stellung genommen  – aufgrund der »aktuellen uneinheitlichen öffentlichen Aussagen zu den Zielgruppen für Auffrischimpfungen, die zur Verunsicherung in der Ärzteschaft und Bevölkerung geführt haben«.

Das Gremium betont: »Aus immunologischen und infektionsepidemiologischen Gründen ist es sinnvoll, über die genannten Risikogruppen hinaus mittelfristig auch allen anderen Grundimmunisierten eine Auffrischimpfung anzubieten.« Die Stiko wird wohl also künftig allen Geimpften den Booster empfehlen.

Allerdings geht es erneut, wie zu Beginn der Impfkampagne, um eine Priorisierung. Mit dem Ziel, schwere Covid-19-Verläufe und Todesfälle zu verhindern, habe die Stiko die Impfung zunächst für Menschen ab 70 Jahren und Menschen, die in Pflegeeinrichtungen leben, empfohlen. Ebenso riet sie bereits zur Auffrischimpfung von Pflege- und medizinischem Personal. Die Stiko teilt nun mit, diese Gruppen sollten »möglichst rasch« geimpft werden. Des Weiteren solle bei einer Auffrischimpfkampagne so weit wie möglich nach absteigendem Lebensalter vorgegangen werden, so die Stiko. Es ist bekannt, dass das Risiko für schwere Covid-19-Verläufe mit dem Lebensalter steigt. Eine entsprechend überarbeitete Impfempfehlung des Gremiums werde zeitnah erfolgen.

Aktuell empfiehlt die Stiko in den meisten Fällen, die Auffrischimpfung frühestens sechs Monate nach dem Abschluss der Grundimmunisierung, also ein halbes Jahr nach der zweiten Impfdosis, durchzuführen. Für viele Menschen kommt deshalb ein Booster noch nicht in Betracht.

Das Gremium ruft außerdem alle bisher nicht Geimpften »dringend« auf, sich impfen zu lassen. »Die Zahl der Sars-CoV-2-Infektionen ist unter Ungeimpften zehnfach höher als unter Geimpften. Ebenso befinden sich unter den intensivmedizinisch behandelten COVID-19-PatientInnen sehr viele ungeimpfte Personen sowie Menschen mit Immundefizienz«, so die Stiko. Die Impfung diene sowohl dem Selbstschutz als auch dem Schutz der Mitmenschen.

wbr
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