Covid-Schutz für jüngere Menschen Spahn will Impfangebot für Kinder auch ohne Stiko-Empfehlung

Laut Berichten gilt eine generelle Empfehlung der Ständigen Impfkommission für Kinder als eher unwahrscheinlich. Gesundheitsminister Jens Spahn plädiert deshalb für individuelle Lösungen.
Kinder beim Schulstart in Nordrhein-Westfalen: »Bei unklarem Risiko kann ich zurzeit noch nicht vorhersehen, dass es eine Impfempfehlung für eine generelle Impfung geben wird«

Kinder beim Schulstart in Nordrhein-Westfalen: »Bei unklarem Risiko kann ich zurzeit noch nicht vorhersehen, dass es eine Impfempfehlung für eine generelle Impfung geben wird«

Foto: Guido Kirchner / picture alliance / dpa

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält an seinem Vorhaben fest, älteren Kindern und Jugendlichen eine Corona-Schutzimpfung anzubieten. Das, sagte der Minister in der ntv-Fernsehsendung »Frühstart« , sei auch denkbar, wenn die Ständige Impfkommission keine allgemeine Empfehlung aussprechen sollte. In diesem Fall könnten Eltern und ihre Kinder gemeinsam mit ihren Ärztinnen und Ärzten trotzdem eine individuelle Entscheidung treffen – denn die Festlegung der Stiko sei eben eine Empfehlung.

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) prüft derzeit eine Zulassung des Impfstoffs von Biontech/Pfizer für Kinder im Alter von 12 bis 15 Jahren. Für Menschen ab 16 Jahren ist er schon zugelassen. Mit einer Entscheidung wird noch bis Ende Mai gerechnet.

Spahn sagte dazu: Wenn die Europäische Arzneimittelagentur den Impfstoff für diese Altersgruppe zulasse, könne Kindern und Jugendlichen noch vor Beginn der Sommerferien ein Impfangebot gemacht werden. Eine Impfung als Voraussetzung zur Teilnahme am Präsenzunterricht lehnte der Gesundheitsminister ab: »Ich sehe nicht, dass wir eine verpflichtende Impfung haben werden für den Schulbesuch«, sagte der CDU-Politiker.

Die Stiko kann eine andere Entscheidung treffen als die EMA

Die Stiko behält sich vor, eine eigene Impfempfehlung auszusprechen, die auch von der Entscheidung der Ema abweichen kann. Berichten zufolge ist das Fachgremium mehrheitlich skeptisch gegenüber einer allgemeinen Impfempfehlung für alle Kinder. Als Hauptargument wird das Kosten-Nutzen-Verhältnis für die Betroffenen angeführt: Bislang sei nicht klar, in welchem Ausmaß Kinder selbst von der Impfung profitierten. Das Risiko von Nebenwirkungen bestehe jedoch auch für Kinder und Jugendliche. Das Ziel einer Herdenimmunität solle vor allem durch die Impfung von Erwachsenen erreicht werden.

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Am Dienstagabend äußerte sich Rüdiger von Kries, Professor für Kinderepidemiologie und eines der 18 Mitglieder der Kommission, in der Sendung »RBB-Spezial«  ähnlich. Herdenimmunität dürfe nicht das primäre Ziel für Impfungen von Kindern sein, sagte er: »Kinderimpfungen macht man, damit die Kinder davon profitieren können, damit den Kindern schwere Krankheiten erspart bleiben, ohne dass sie ein Risiko eingehen.«

Man könne das Ziel der Herdenimmunität viel besser erreichen, wenn man sich um die 40 Millionen kümmere, die noch nicht geimpft seien. Diese würden zudem sehr viel mehr von den Impfungen profitieren als die Kinder. »Bei unklarem Risiko kann ich zurzeit noch nicht vorhersehen, dass es eine Impfempfehlung für eine generelle Impfung geben wird«, sagte von Kries.

vki