Studie Hunde können Long Covid erschnüffeln

Speziell trainierte Hunde können bestimmte Krankheiten aufspüren. In einer Studie haben die Tiere nun auch erkannt, ob jemand an Long Covid leidet.
Dass Hunde eine Coronainfektion erschnüffeln können, haben Studien gezeigt

Dass Hunde eine Coronainfektion erschnüffeln können, haben Studien gezeigt

Foto: Liang Sen / Xinhua News Agency / picture alliance

Hunde sind nicht nur sehr beliebte Haustiere, sie können mit ihrem besonders gut ausgeprägten Geruchssinn auch Sprengstoff, Drogen und sogar Krankheiten entdecken. In einer neuen Untersuchung haben die Tiere nun auch Long Covid erschnüffeln können.

Für ihre auf dem Wissenschaftsserver medRxiv hochgeladene Studie  haben französische Forschende Schweißproben von insgesamt 233 Menschen gesammelt. 45 Teilnehmende waren nach der Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von Long Covid  betroffen. Sie litten im Mittel seit rund 15 Monaten etwa unter andauernder Müdigkeit, Konzentrationsstörungen oder neurologischen Einschränkungen. Die Betroffenen waren zwischen sechs und 71 Jahre alt, der überwiegende Teil war weiblich (73,3 Prozent). Alle 45 Personen hatten eine symptomatische Covid-19-Erkrankung durchgemacht, es musste währenddessen jedoch niemand auf einer Intensivstation behandelt werden.

Schweißproben aus der Achsel

Die Long-Covid-Patientinnen und -Patienten haben für die Untersuchung vor der morgendlichen Dusche zu Hause eine Schweißprobe aus der Achsel entnommen und diese in einem Gefrierbeutel an die auf Tiermedizin spezialisierten Hochschule National Veterinary School of Alfort (ENVA) geschickt. Dort schnüffelten dann zwei speziell auf das Erkennen von Coronainfektionen trainierte Hunde an diesen Proben und denen aus der Vergleichsgruppe. Nach Angaben der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schlugen die Tiere bei 23 der 45 Long-Covid-Proben und keiner der Vergleichsproben an.

Die Ergebnisse unterstreichen die These, dass sich das Coronavirus zumindest bei einigen Long-Covid-Patientinnen und -Patienten dauerhaft einnistet, schreiben die Autorinnen und Autoren der Studie. Warum die Hunde nicht alle Long-Covid-Proben erkannt haben, sei schwer zu sagen. Möglich sei, dass die Qualität der von den Teilnehmenden selbst entnommenen Proben unterschiedlich war oder diese durch Verzögerungen in der Post beeinflusst wurde.

An der Studie haben vergleichsweise wenig Menschen teilgenommen. Es handelt sich außerdem um ein Preprint, das heißt, die Untersuchung wurde noch nicht von unabhängigen Fachleuten begutachtet. Doch bereits frühere Studien haben gezeigt, dass speziell trainierte Hunde eine Coronainfektion erschnüffeln können. So veröffentlichten etwa Forschende der Tierärztlichen Hochschule Hannover eine Studie , laut der Spürhunde in der Lage waren, mehr als neun von zehn mit Corona infizierte Personen anhand von Schweißproben zu erkennen.

mar