Bericht des RKI Syphilisfälle in Deutschland auf neuem Höchststand

Fast 8000 Menschen haben sich 2019 mit der Geschlechtskrankheit Syphilis infiziert. Das sind so viele wie noch nie, seit die Zahlen registriert werden. Am stärksten betroffen ist Berlin.
Syphilis-Erreger Treponema pallidum

Syphilis-Erreger Treponema pallidum

Foto: Science Photo Library / imago images

Die Zahl der Syphilis-Diagnosen in Deutschland hat im vergangenen Jahr einen Höchststand erreicht. Gemeldet wurden 7889 Fälle der Geschlechtskrankheit, rund sieben Prozent mehr als im Jahr zuvor, wie aus einem Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht .

»Der Anstieg war so stark, dass die leicht rückläufige Entwicklung der Fallzahlen des Vorjahres nicht nur ausgeglichen wurde, sondern 2019 die höchste Anzahl von Syphilis-Infektionen seit Einführung des Infektionsschutzgesetzes gemeldet wurden«, schreibt das RKI in seinem Epidemiologischen Bulletin. Der neue Höchststand unterstreiche die Notwendigkeit einer frühzeitigen Diagnose und Behandlung, um Infektionsketten möglichst frühzeitig zu unterbrechen, heißt es darin weiter.

Syphilis ist eine durch Bakterien verursachte Erkrankung, die nur beim Menschen vorkommt. Sie ist beim Sex, durch Blut und während der Schwangerschaft von der Mutter auf das Kind übertragbar. Syphilis kann durch Antibiotika geheilt werden. Unbehandelt drohen jedoch langfristig Schädigungen des Gehirns und der Blutgefäße. Am häufigsten stecken sich in Deutschland Männer an, die mit Männern schlafen.

Die meisten Nachweise im Verhältnis zur Einwohnerzahl unter den Bundesländern weist dem Bericht zufolge das Land Berlin auf. Dort sticht insbesondere der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg mit fast 93 Fällen pro 100.000 Einwohnern hervor (Berlin gesamt: 39,7). Die Zahlen in Berlin stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 22,9 Prozent.

Ebenfalls über dem Bundesschnitt von 9,5 Fällen pro 100.000 Einwohner liegen Hamburg und Nordrhein-Westfalen. In vielen Städten beobachtet das RKI eine vergleichsweise starke Verbreitung, darunter Köln, München und Frankfurt am Main. Infektionen »in relevanter Zahl« würden aber auch aus ländlichen Regionen gemeldet, hieß es.

Kondome senken Übertragungsrisiko

Insgesamt wird nach RKI-Angaben seit 2010 ein Anstieg bei gemeldeten Syphilis-Fällen beobachtet, nur 2018 hatte es einen leichten Rückgang im Vergleich zum Vorjahr gegeben. Für das laufende Jahr sind laut RKI-Datenbank bisher rund 6400 Diagnosen gemeldet. Der Frauenanteil an den 2019 gemeldeten Fällen liegt bei knapp sechs Prozent. In Deutschland ist die Übertragung beim Sex am häufigsten. Kondome senken das Risiko einer Übertragung.

kry/dpa

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