Tabak-Warnungen Studie empfiehlt positive Ansprache von Rauchern

Schocknachrichten auf Zigarettenpackungen zeigen durchaus Wirkung - doch sie erreichen nur einen Teil der Raucher. Forscher empfehlen, auch den gesundheitlichen Nutzen zu verdeutlichen, der mit dem Aufhören des Rauchens verbunden ist.

Horrorbilder: Abschreckende Botschaften erreichen nicht alle Raucher
DPA

Horrorbilder: Abschreckende Botschaften erreichen nicht alle Raucher


Die Botschaft auf Zigarettenpackungen ist mittlerweile fast weltweit die Gleiche: "Warnung! Rauchen verursacht Krebs". Hinzu kommen in immer mehr Ländern Schockbilder von zerfressenen Lungen, schwarzen Zähnen und Atemschläuchen.

Doch wäre es nicht besser, Raucher vom Nutzen eines zigarettenfreien Lebens zu überzeugen als mit Warnungen vor einem womöglich qualvollen Tod? Dieser Frage sind Forscher des Georgetown Lombardi Comprehensive Cancer Center in den USA nachgegangen. Die Antwort hängt offenbar davon ab, ob der Angesprochene sich zutraut, mit dem Rauchen aufzuhören.

Hinweise in beide Richtungen

Darren Mays und seine Kollegen befragten im Rahmen ihrer Studie 740 Raucher zur Wirkung der Botschaften auf Zigarettenpackungen. Dabei zeigte sich, dass weder die auf den Nutzen des Rauchstopps ausgerichteten Nachrichten noch die Todeswarnungen bei allen Rauchern Wirkung zeigten.

Fotostrecke

13  Bilder
Zigaretten: Schockverpackungen weltweit
Positive Botschaften, die den Nutzen eines rauchfreien Lebens hervorheben, hätten vor allem jene Raucher angesprochen, die glaubten, dass sie es schaffen, von der Zigarette loszukommen, schreiben die Forscher im Fachblatt "Nicotine & Tobacco Research". Der Text "Rauchen tötet" sei hingegen bei Menschen effektiver, in deren Vorstellung das Aufhören schwierig sei.

Die meisten Botschaften auf Zigarettenpackungen würden auf die Gefahren des Rauchens hinweisen, schreiben die Forscher. Damit könne man aber nicht alle Raucher überzeugen, sagt Mays. "Unsere Studie zeigt, dass man mehr Raucher zum Aufhören bringen kann, wenn man sowohl positive als auch negative Botschaften einsetzt."

Gefährliche Zusatzstoffe sollen verschwinden

Die Europäische Union setzt im Kampf gegen das Rauchen künftig auch auf Schockbilder. Ab 2016 werden auf Zigarettenpackungen beispielsweise verfaulte Füße oder schwarze Raucherlungen zu sehen sein. Die Warnhinweise sollen dabei deutlich größer werden als bisher: Sie werden 65 Prozent der Vorder- und Rückseite von Zigarettenschachteln bedecken. Die EU-Kommission hatte ursprünglich 75 Prozent empfohlen. Aktuell nehmen die Warnhinweise mindestens 30 Prozent der Vorderseite und 40 Prozent der Rückseite ein.

Besonders gefährliche Zusatzstoffe, die Krebs erregen, das Erbgut verändern oder die Fortpflanzungsfähigkeit einschränken können, sollen komplett aus Tabakprodukten verbannt werden. Das Gleiche gilt für Aromen wie Vanille oder Schokolade, die den bitteren Geschmack des Tabaks mildern und deshalb vor allem Jugendlichen den Einstieg ins Rauchen erleichtern. Mentholzigaretten sollen ebenfalls vom Markt genommen werden - allerdings erst ab 2020.

hda



insgesamt 35 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
soulseeker 15.09.2014
1. Ich kapiere es nicht
Warum keine einfache Lösung? Tabakverkauf erst ab 18, Händler und Kioskbesitzer, die Jugendlichen Zigaretten verkaufen, mit hohen Geldstrafen bestrafen. Zigaretten noch teurer machen, damit besonders Jugendliche sich keine Kippen mehr leisten können. Verfügbarkeit einschränken, Alkohol nur noch in Liquor stores, Tabak nur noch beim Tabakhändler.
markzwanzig 15.09.2014
2.
Unr damit wäre man wieder ein bisschen näher an der Vollkontrolle des Bürgers. Wir sind frei in unseren Entscheidungen, wer rauchen will solls tun, wer saufen will solls tun, wer nicht solls lassen. Es muss ein Ende haben die Menschen als Vieh mit immer neuen Einschränkungen in einen immer engeren Stall zu pferchen. Immer diese obrigkeitshörige Mist, werdet doch mal wach.
dr.nick 15.09.2014
3. Ja genau..
dann aber auch Cannabis, Kokain, Heroin und Crytsal Meth. Und wenn wir dabei sind, möchte ich dahin scheißen wo ich Lust habe. Meinen Müll kann ich ja auch da verklappen wo und wie ich Lust habe. Keine Steuern zahlen. Nach dem Motto: "Tu wonach dir ist!(Simpsons)". Wo fängt Freiheit an und wo hört sie auf. Rauchen kostet der Gesellschaft immens viel Geld und bindet Arbeitskraft im Gesundheitswesen. Oder anders ausgedrückt, sollen sie rauchen und saufen aber dafür extra blechen oder nicht behandelt werden, wenn sie krank werden. Oder man sieht ein, dass es vernünftiger ist den ganzen Dreck zu verbieten. Mit Genussmittel hat das wohl nichts zu tun.
soulseeker 15.09.2014
4. @markzwanzig
Jedes Suchtmittel nimmt dir deine freie Entscheidung ... wenn dir das nicht klar ist, bist du offenbar auch ein Abhängiger.
felisconcolor 15.09.2014
5. Das Geld
was mit diesem Schwachsinn verbrannt wird einfach den Krankenkassen schenken. Sollte ausreichen uns paar Raucher bis zum endgültigen Aussterben unserer Rasse zu versorgen. Der Trend geht eh zurück. Ihr geifernden Nichtraucher braucht doch einfach nur abwarten. Aber das geht euch wohl nicht schnell genug.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.