Jens Baas TK-Chef ruft zu Grippeimpfung auf

Vor allem Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen sollten sich gegen die Grippe impfen lassen, empfiehlt der Chef der Techniker Krankenkasse, Jens Baas. Es sei nicht klar, wie stark die Welle in diesem Jahr werde.
Jens Baas, Chef von Deutschlands größter Krankenkasse: »Man schützt sich und andere«

Jens Baas, Chef von Deutschlands größter Krankenkasse: »Man schützt sich und andere«

Foto: Bernd Von Jutrczenka/ dpa

Der Chef der Techniker Krankenkasse (TK), Jens Baas, hat an ältere Menschen und Patienten mit Vorerkrankungen appelliert, sich gegen Grippe impfen zu lassen. »Wir wissen nicht, wie stark die Grippewelle wird. Deshalb sollten sich insbesondere die Risikogruppen im Herbst mit einer Grippeimpfung schützen«, sagte Baas dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Die TK ist die größte deutsche Krankenkasse; nach ihren Zahlen ließen sich in der vergangenen Saison deutlich mehr Menschen gegen Grippe impfen als die Jahre davor. Laut einem RND-Bericht  waren es 18 Prozent der TK-Versicherten, in der Saison 2019/2020 zwischen September und März nur zwölf Prozent.

Steigende Impfzahlen in der vergangenen Grippesaison

Die Impfzahlen stiegen demnach in allen Altersgruppen. In der Gruppe ab 60 Jahren waren es 46,5 Prozent, zehn Prozentpunkte mehr als in der vorigen Saison. Bei den 60- bis 69-Jährigen stieg der Anteil der Grippeimpfungen von 27 auf 39 Prozent der Versicherten. Dabei gab es jedoch zwischen den verschiedenen Bundesländern zum Teil erhebliche Unterschiede: Die höchste Impfquote hatten laut den Zahlen der TK die Länder im Osten. Schlusslicht war Bayern mit einer Quote von lediglich zwölf Prozent.

»Dass sich in der Coronapandemie mehr Menschen und insbesondere mehr ältere gegen Grippe impfen ließen, war wichtig. Denn genau wie bei der Coronaimpfung gilt: Man schützt sich und andere«, sagte Kassenchef Baas dem RND. Es werde auch in diesem Herbst darauf ankommen, dass das Gesundheits­system nicht überlastet werde, fügte Baas hinzu.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hatte am Freitag offiziell erklärt , dass eine Impfung gegen das Coronavirus und gegen Grippe zeitgleich erfolgen kann. Zwischen Covid-19-Impfungen und anderen sogenannten Totimpfstoffen müsse »ab sofort kein Impfabstand mehr eingehalten werden«. Die Stiko rät, frühestens ab Oktober mit der Influenzaimpfung zu beginnen.

hpp/afp
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