Umstrittener Chirurg Mediziner gehen gegen Schönheitspapst Mang vor

Er selbst hält sich für einen der weltbesten Schönheitschirurgen, doch Werner Mang steht massiv in der Kritik. Erst operierte in seiner Klinik ein Arzt ohne Approbation, nun gehen renommierte Kollegen gegen den Promidoktor vor: Nach SPIEGEL-Informationen fordern sie ein Eingreifen des Staatsanwalts.

dapd

Hamburg - Nasenoperation, Fettabsaugen, Brustvergrößerung - die Bodenseeklinik in Lindau zählt auf ihrer Internetseite den Leiter Werner Mang zu den "Top Ten der Ästhetischen Chirurgen der Welt". Interne Dokumente zeugen jedoch von einem anderen Bild: So soll nach Informationen des SPIEGEL etwa ein Arzt ohne Approbation operiert haben; in mehreren Fällen wurden Krankenakten verändert. Jetzt fordern nach SPIEGEL-Informationen die Präsidenten von gleich drei medizinischen Fachgesellschaften die Staatsanwaltschaft auf, die Praktiken des "Schönheitspapstes" zu untersuchen.

Professor Wolfgang Gubisch, Präsident der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC), sagt: "Die Vorwürfe gegen Mang, die im SPIEGEL zu lesen waren, sind schwerwiegend. Es ist notwendig, dass die Staatsanwaltschaft das klärt, denn die Ärztekammer ist dazu nicht in der Lage."

Auch der Präsident der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC), Professor Peter Vogt, ist der Meinung: "Wenn bei Mang tatsächlich ein Arzt ohne Zulassung operiert haben sollte, wäre das ein schwerwiegender Verstoß. Die Grundsätze der Patientensicherheit und das geltende Berufsrecht erfordern eine dringliche Aufklärung."

"An der Grenze dessen, was man Patienten zumuten kann"

Weitere Kritik an Mang kommt vom Präsidenten der Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie Deutschland (GÄCD), Gerhard Sattler: "Vom ethischen Standpunkt des Arztes her ist Mang an der Grenze dessen, was man Patienten zumuten kann. Der Vorwurf der Aktenmanipulation ist kein Kavaliersdelikt. Die Staatsanwaltschaft muss ermitteln, ob die Vorwürfe begründet sind und, falls sie sich bestätigen, die Konsequenzen ziehen."

Mang selbst bestreitet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe.

Zuständig für die Bodenseeklinik ist die Staatsanwaltschaft Kempten. Dort, so teilt eine Sprecherin mit, prüfe man seit zwei Wochen, ob man ein Ermittlungsverfahren gegen den Schönheitschirurgen eröffnet.

cib



insgesamt 91 Beiträge
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HappyLuckyStrike 16.10.2011
1. Der Mann(g) hat Erfolg und somit Neider,
die gerne seine Kunden abgeworden hätten - da traut er sich auch noch, Eigenwerbung zu machen ! Das hat er nun davon, auch vom vor Fachwissen triefenden SPON wird er nun als Nichtmediziner betrachtet und dafür als Schönheitspapst bezeichnet. So ein Kur ein Pfuscher - jetzt gehen sogar "Mediziner" gegen ihn vor, bald werden es gar "Forscher" und "Experten" sein, die Reihen fest geschlossen.
michag75 16.10.2011
2. Ich will mal.....
.....hoffen das die Staatsanwaltschaft findet um Anklage zu erheben, ich habe den Artikel im Spiegel Magazin gelesen und hoffe das er am besten nie wieder tätig werden darf.
Stauss 16.10.2011
3. Er gibt seelischen Krüppeln wieder Hoffnung
In so weit ist sein Gewerbe nützlich. Und außerdem: wenn jemand eine ellenlange Nase hat und eine kleine will und dafür selbst bezahlt, ist es ein Deal zwischen erwachsenen Geschäftsfähigen. Es sind ja keine Kassenoperationen.
cohorte 16.10.2011
4.
Zitat von HappyLuckyStrikedie gerne seine Kunden abgeworden hätten - da traut er sich auch noch, Eigenwerbung zu machen ! Das hat er nun davon, auch vom vor Fachwissen triefenden SPON wird er nun als Nichtmediziner betrachtet und dafür als Schönheitspapst bezeichnet. So ein Kur ein Pfuscher - jetzt gehen sogar "Mediziner" gegen ihn vor, bald werden es gar "Forscher" und "Experten" sein, die Reihen fest geschlossen.
Ja, das ist bestimmt eine anglo-amerikanische Verschwörung. Die Deutschen sollen hässlich bleiben, deshalb wird der einsame Medinziner-Held durch den Dreck gezogen.
Breen 16.10.2011
5. Deldenk
Mag der Mang sein wie er will - aber es wäre schon interessant zu erfahren, was die Krähen zu beginnen bewogen hat, einer Mitkrähe ein Auge auszuhacken.
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