Unicef-Bericht Kindersterblichkeit sinkt leicht

5,2 Millionen Kinder sind im vergangenen Jahr an vermeidbaren Ursachen gestorben. Die Sterblichkeit hat sich in den vergangenen 30 Jahren mehr als halbiert. Doch die Corona-Pandemie könnte die Erfolge zunichtemachen.
Ein Vater mit seinem schlafenden Baby in Indien

Ein Vater mit seinem schlafenden Baby in Indien

Foto: Sivaram V / REUTERS

Im vergangenen Jahr sind nach Angaben des Uno-Kinderhilfswerks Unicef weltweit so wenige Kinder unter fünf Jahren an vermeidbaren Ursachen gestorben wie nie zuvor seit die Statistik begonnen wurde. Angesichts der Corona-Pandemie warnen die Vereinten Nationen jedoch vor einem neuen Anstieg.

Immer noch 5,2 Millionen Kinder seien 2019 weltweit an vermeidbaren Ursachen gestorben, teilte Unicef gemeinsam mit anderen Uno-Organisationen am Mittwoch in New York in einem Bericht zur Kindersterblichkeit  mit. 1990 seien es noch 12,5 Millionen Kinder gewesen.

Der Studie zufolge wird sich der Trend in den kommenden Jahren jedoch wieder verschlechtern: Demnach erwarten Experten, dass rund 48 Millionen Kinder unter fünf Jahren zwischen 2020 und 2030 sterben werden. Die Hälfte von ihnen werden Neugeborene sein. Dabei gebe es weltweit große Unterschiede: 2019 starb etwa in Subsahara-Afrika eines von 13 Kindern vor dem Erreichen seines fünften Geburtstags. In Australien und Neuseeland lag diese Rate bei einem von 264 Kindern.

Die Coronavirus-Pandemie habe in diesem Jahr zu großen Störungen in den Gesundheitssystemen geführt und gefährde die erzielten Fortschritte, hieß es in dem Bericht. "Ohne dringend benötigte Investitionen, um die gestörten Gesundheitssysteme wieder hochzufahren, könnten Millionen von Kindern unter fünf Jahren - vor allem Neugeborene - sterben", sagte Unicef-Chefin Henrietta Fore.

Eine Unicef-Studie in 77 Ländern habe ergeben, dass mehr als zwei Drittel davon zumindest teilweise Probleme bei Gesundheitschecks und bei Impfungen für Kinder hatten. Das liege unter anderem daran, dass viele Gesundheitseinrichtungen geschlossen seien oder Eltern diese aus Sorge vor einer Ansteckung mit ihren Kindern nicht aufsuchten. Besonders betroffen seien etwa Afghanistan, Bolivien, Libyen, der Sudan und Pakistan.

kry/dpa
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