US-Gesundheitsbehörde Heimtests erkennen Omikron offenbar nicht so gut wie frühere Varianten

Der Coronatest daheim könnte bei der Omikron-Variante weniger aussagekräftig sein als bisher angenommen. Laut einer US-Studie mit lebenden Viren besteht die Gefahr von falschen Negativergebnissen.
Corona-Schnelltest (Symbolbld)

Corona-Schnelltest (Symbolbld)

Foto: BEN STANSALL / AFP

Unkomplizierte Tests, die zu Hause durchgeführt werden können, gelten als ein unverzichtbares Instrument im Kampf gegen die Coronapandemie. Möglicherweise sind sie allerdings bei der rasch um sich greifenden Omikron-Variante weniger präzise als bisher gehofft. Das legen neue Informationen der US-Gesundheitsbehörden nahe.

»Erste Daten deuten darauf hin, dass Antigen-Tests die Omikron-Variante zwar erkennen, aber möglicherweise eine geringere Empfindlichkeit aufweisen«, erklärte die US-Arzneimittelbehörde (FDA) am Dienstag . Die Empfindlichkeit ist ein Maß dafür, wie wahrscheinlich es ist, dass ein Test bei einer bestehenden Infektion ein positives Ergebnis anzeigt.

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Die neuen Daten basieren auf ersten Forschungsergebnissen mit lebenden Viren von echten Patienten. Zuvor hatte die FDA die Tests mit abgetöteten Viren untersucht und dabei keine Unterschiede zwischen verschiedenen Coronavarianten feststellen können. Die neuen Daten spiegeln laut FDA die Realität besser wider – die Studien sind jedoch noch nicht abgeschlossen.

Die FDA erklärte weiter, dass die Verwendung von Antigen-Tests weiterhin empfohlen wird – die Menschen sollten allerdings die offiziellen Anweisungen beachten. Bei einigen der sogenannten Schnelltests werden die Benutzer beispielsweise angewiesen, zwei Tests im Abstand von einer bestimmten Zeitspanne durchzuführen, um einen negativen Befund zu bestätigen.

Wenn eine Person mit einem Schnelltest negativ getestet wurde, aber aufgrund von Symptomen oder ihrer Nähe zu Infizierten wahrscheinlich an Covid erkrankt ist, wird ihr dennoch empfohlen, einen PCR-Test zu machen – der »Goldstandard« beim Erkennen von Coronainfektionen.

Hülle des Virus ist mutiert – ein Problem für Schnelltests

Der Unterschied zwischen PCR-Tests und Antigen-Tests ist, dass letztere auf Eiweißfragmente (Proteine) aus der Hülle des Virus anspringen. Diese ist bei der Omikron-Variante jedoch an zahlreichen Stellen mutiert. PCR-Tests weisen hingegen das genetische Material des Virus nach. Sie sind genauer, weil sie Millionen von Kopien der RNA des Virus herstellen können, sodass selbst kleinste Mengen nachweisbar sind.

Der Vorteil von Antigen-Tests ist jedoch, dass sie zu Hause eingesetzt werden können, binnen Minuten ein Ergebnis zeigen und kostengünstig sind, während es bei PCR-Tests mehrere Stunden dauert und die Proben in einem Labor untersucht werden müssen.

jok/AFP
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