US-Studie Fast alle Corona-Todesfälle treffen Ungeimpfte

99,9 Prozent aller in US-Krankenhäusern stationär behandelten Coronapatienten waren nach einer neuen Studie ungeimpft. Mit den Zahlen will die Gesundheitsbehörde die Bevölkerung vom Nutzen der Vakzinen überzeugen.
Impfung (Symbolbild)

Impfung (Symbolbild)

Foto: Karl-Josef Hildenbrand / dpa

Fast alle Corona-Todesfälle in den USA treffen mittlerweile Menschen, die noch keine Impfung erhalten haben. Dies ergab eine Auswertung von Daten durch die Nachrichtenagentur »Associated Press«. Die Analyse bestätigt die Wirksamkeit der Impfung und gibt Hoffnung, dass die Todesfälle auf nahezu Null sinken könnten, wenn alle US-Bürger eine Impfung erhalten haben. Zudem zeigt die Auswertung von Gesundheitsdaten aus dem Monat Mai, dass von über 853.000 in Krankenhäusern behandelten Covid-Patienten weniger als 1200 bereits geimpft waren - das entspricht 0,1 Prozent. Von den verstorbenen 18.000 Patienten waren 150 geimpft, oder 0,8 Prozent.

Anfang des Monats schätzte der Gesundheitsberater Andy Slavitt, dass bis zu 99 Prozent der am Coronavirus verstorbenen Amerikaner ungeimpft gewesen sei. Dr. Rochelle Walensky, Direktorin der »Centers for Disease Control and Prevention«, sagte, die Impfung sei so effektiv, dass »an diesem Punkt fast jeder Todesfall, besonders unter jungen Menschen, gänzlich zu verhindern wäre«. Sie bezeichnete diese Todesfälle deswegen als »besonders tragisch«.

Zum aktuellen Zeitpunkt haben 63 Prozent der für eine Impfung infrage kommenden Amerikaner die erste Impfdosis erhalten, 53 Prozent verfügen über vollen Impfschutz. Die Nachfrage nach Impfstoff ist zuletzt aber stark gesunken. Experten gehen dewegen davon aus, dass die vermeidbaren Todesfälle weitergehen werden, vor allem, wenn es im Herbst und Winter wieder zu Ausbrüchen kommt.

Die Geschichten von ungeimpften Menschen, die am Coronavirus sterben, könnten manche von der Notwendigkeit einer Impfung überzeugen, hofft David Michaels, Epidemiologe an der George Washington University. Gerade jungen Leuten ginge es jedoch meist vor allem darum, ältere Angehörige zu schützen, weshalb sie bisher wenig Interesse an einer Impfung für sich selbst zeigten.

nek/AP