USA Krebs tötet weniger Menschen

Der Kampf gegen Krebs zeigt Erfolge: In den USA sterben immer weniger Menschen an der Krankheit, wie neue Statistiken belegen. Der positive Trend geht vor allem auf die sinkende Zahl von Lungentumoren zurück. Zugleich sind seltenere Krebsarten auf dem Vormarsch.
Lungenkrebs im Röntgenbild: Zahl der Todesfälle in den USA gesunken

Lungenkrebs im Röntgenbild: Zahl der Todesfälle in den USA gesunken

Foto: A3464 Rainer Jensen/ dpa

Atlanta/Hamburg - Im Kampf gegen Krebs sind einige Erfolge zu verbuchen: Laut den neuesten Statistiken  der American Cancer Society ist die Zahl der Krebstoten in den USA zwischen 2004 und 2008 gefallen: bei Männern um 1,8 Prozent pro Jahr, bei Frauen um 1,6 Prozent. Der Anteil der Krebskranken unter den Frauen veränderte sich in dieser Zeit nicht, bei den Männern sank die Quote jährlich um 0,6 Prozent.

Insgesamt sei bei Lungen-, Darm-, Prostata- und Brustkrebs - den vier am weitesten verbreiteten Krebsarten - ein Rückgang der Todesfälle zu verzeichnen. Rund 40 Prozent dieses Effekts gehe allein auf die gesunkene Zahl der Lungenkrebs-Todesfälle zurück. Das könnte auch mit dem gesunkenen Zigarettenkonsum zu erklären sein, da Lungenkrebs vor allem Raucher trifft.

Durch den Rückgang der Sterberaten konnten seit Anfang der neunziger Jahre mehr als eine Million Krebstodesfälle verhindert werden, so die Gesellschaft - der weitaus größere Teil davon bei Männern. Fortschritte in der Krebstherapie und der Früherkennung hätten einen Anteil an dieser erfreulichen Entwicklung. Allerdings schätzt die Organisation auch, dass im Jahr 2012 rund 1,6 Millionen US-Amerikaner die Diagnose Krebs erhalten und knapp 580.000 an der Krankheit sterben werden.

Ähnlicher Trend in der EU

Die Verbreitung einiger Krebsarten ist in den vergangenen zehn Jahren zudem gestiegen, heißt es in dem Bericht. Dazu zählen Tumore an Bauchspeicheldrüse, Leber, Niere und Schilddrüse, ebenso wie Schwarzer Hautkrebs und Rachenkrebs, welcher mit einer Infektion mit humanen Papillomaviren (HPV) in Verbindung gebracht wird. Eine eindeutige Erklärung für diese steigenden Krebsraten haben die Forscher nicht. Sie nehmen jedoch an, dass die größere Anzahl Übergewichtiger eine Rolle dabei spielen könnte. Zudem könnte die Verbesserung der Früherkennung dafür sorgen, dass mehr Krebsfälle entdeckt und gezählt werden.

Auch in der EU sinken die Todesraten bei vielen Krebsarten, wie Forscher im vergangenen Jahr berichtet hatten. "Seit den späten achtziger Jahren ist bei Männern in der EU ein Rückgang bei den Todesraten für Krebs festzustellen, bei den Frauen begann es sogar noch früher", hieß es in der Studie.

wbr/Reuters