Dramatische Lage USA melden weltweit höchste Zahl an Corona-Infektionen

Erstmals hat ein Land mehr bestätigte Coronavirus-Fälle als China, in den USA verdoppelte sich die Zahl der Infizierten seit Wochenbeginn fast. Die Angaben aus China machen jedoch skeptisch.
Ärzte testen anderes medizinisches Personal auf Krankheitsanzeichen (in New York City am 24. März): Die Lage in den USA verschärft sich

Ärzte testen anderes medizinisches Personal auf Krankheitsanzeichen (in New York City am 24. März): Die Lage in den USA verschärft sich

Foto: Misha Friedman/ AFP

US-Präsident Donald Trump bemüht sich zwar weiter, das Ausmaß der Coronakrise in seinem Land herunterzuspielen. Die aktuellen Zahlen jedoch sind eindeutig. Die Vereinigten Staaten haben nach Angaben von US-Experten inzwischen mehr bekannte Coronavirus-Infektionen als jedes andere Land. In den USA gab es bis Donnerstagnachmittag (Ortszeit) 82.400 bekannte Infektionen, das entspricht fast einer Verdopplung im Vergleich zum Wochenstart.

In China sind es rund 81.800 Fälle, in Italien etwa 80.600, wie aus einer Übersicht der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität  hervorging. Weltweit gibt es nun mehr als eine halbe Million bestätigte Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2.

Präsident Trump sagte vor Journalisten im Weißen Haus, die hohe Zahl bestätigter Infektionen in den USA liege daran, dass im Land so viele Tests durchgeführt würden. In anderen Ländern wie China wisse man zudem nicht, was die wirklichen Zahlen seien, sagte Trump.

Experten gehen davon aus, dass es vielerorts wesentlich mehr Infektionen gibt, als bislang durch Tests bestätigt wurden. Vor allem in den USA gibt es, anders als von Trump behauptet, einen erheblichen Rückstand im Testprogramm. Aus vielen Teilen des Landes berichten Mediziner und Krankenhauspersonal von Engpässen bei der Versorgung mit Schutzkleidung, Gesichtsmasken und eben Testkits.

Besonders in New York City, das sich zu einem Hotspot der Neuinfektionen entwickelt hat, verschärft sich die Lage in den medizinischen Einrichtungen dramatisch. (Lesen Sie hier einen Vor-Ort-Bericht von SPIEGEL-Korrespondent Marc Pitzke).

Die meisten Todesfälle sind weiter in Italien zu beklagen

In den USA wurden Johns Hopkins zufolge bislang infolge der Lungenerkrankung Covid-19 mehr als 1100 Todesfälle gemeldet. Für Italien wurden bislang mehr als 8000 Todesopfer registriert , für China mehr als 3000. Die Website der US-Forscher wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher in der Regel einen höheren Stand bestätigter Infektionen als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation.

Die Pandemie war Ende des vergangenen Jahres in China ausgebrochen und hatte sich von dort aus weltweit verbreitet. Die Ausbreitung des Virus ist dort jedoch inzwischen gebremst.

jok/dpa
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