Mehr Überdosierungen Zahl der US-Drogentoten in der Pandemie gestiegen

Brüche im Alltag setzen Süchtigen besonders zu – und die Pandemie bedeutet einen heftigen Bruch: Laut US-Behörden sind auch deshalb im Land deutlich mehr Drogenopfer zu beklagen.
Spritze mit Heroin (Symbolbild): USA melden Anstieg der Todesfälle

Spritze mit Heroin (Symbolbild): USA melden Anstieg der Todesfälle

Foto: A3471 Boris Roessler/ dpa

Die Coronavirus-Pandemie hat in den USA nach Einschätzung der US-Gesundheitsbehörde CDC (Centers for Desease Control) zu einer Zunahme der Zahl der Drogentoten geführt. In den zwölf Monaten bis Ende Mai dieses Jahres habe es mehr als 81.000 Todesfälle infolge einer Überdosis gegeben, teilte das CDC mit – mehr als je zuvor in einem solchen Zeitraum.

Brüche im Alltag wegen der Pandemie hätten Süchtige besonders hart getroffen, sagte CDC-Direktor Robert Redfield der Mitteilung zufolge. »Während wir den Kampf zur Beendigung dieser Pandemie fortsetzen, ist es wichtig, die verschiedenen Gruppen nicht aus den Augen zu verlieren, die auf andere Weise betroffen sind.«

Das CDC teilte mit, die Zahl der Todesfälle durch Überdosierungen sei zwar schon in den Monaten vor der Pandemie angestiegen. Statistiken deuteten aber darauf hin, dass sie während der Coronakrise noch stärker zugenommen habe.

Das sei anscheinend besonders auf den Missbrauch synthetischer Drogen wie Fentanyle (Opioide) zurückzuführen. Todesfälle durch Überdosen mit diesen Stoffen hätten in diesen zwölf Monaten um mehr als 38 Prozent verglichen mit dem Vorjahreszeitraum zugelegt. Todesfälle im Zusammenhang mit Kokain-Überdosen hätten um mehr als 26 Prozent zugenommen.

Die Vereinigten Staaten sind von den absoluten Zahlen her das mit Abstand am härtesten von der Pandemie betroffene Land. Erst am Dienstag hatte die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus im Land einen Tageshöchststand erreicht. Binnen 24 Stunden wurden mehr als 250.000 neue Ansteckungsfälle verzeichnet – die höchste Zahl im Land seit Beginn der Pandemie. Die Gesamtzahl der Infektionsfälle in den USA stieg damit auf 16,7 Millionen.

Biden lässt sich bei öffentlichem Termin impfen

Einen Lichtblick immerhin gibt es: Die erste Impfwelle im Land ist angerollt, täglich bekommen Zigtausende Menschen die ersten Dosen des Impfstoffs verabreicht.

Zu diesen wird in der kommenden Woche auch Joe Biden gehören. Der kommende US-Präsident wird sich den Impfstoff bei einem öffentlichen Termin verabreichen lassen – auch als Signal für die vielen Impfgegner im Land. Der 78-Jährige gehört aufgrund seines Alters zur Risikogruppe. Vizepräsident Mike Pence werde bereits am Freitag während einer öffentlichen Veranstaltung geimpft, teilte das Weiße Haus mit.

jok/dpa
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