Grenzwerte überschritten Videospieler riskieren dauerhaften Hörverlust
Videospielerin mit Kopfhörern
Foto: luza studios / Getty ImagesRegelmäßige Videospieler sind von einem dauerhaften Tinnitus und einem Hörverlust bedroht. Studien, die ein internationales Team von Hörmedizinern ausgewertet hat, zeigen, dass die Geräuschpegel bei Spielen oft nahe an den zulässigen Grenzwerten liegen oder diese sogar überschreiten, schreibt das Team im Fachjournal »BMJ Public Health«.
Während Musik hören über Kopfhörer und in Diskotheken als Quelle für potenziell gefährliche Schallpegel bekannt sei, habe man den Auswirkungen von Videospielen, einschließlich E-Sport, auf den Gehörverlust bisher relativ wenig Aufmerksamkeit geschenkt, heißt es in einer Mitteilung des Journals. Das sei problematisch, denn die Games sind beliebt: Laut einer Schätzung spielen rund drei Milliarden Menschen auf der Welt sie regelmäßig.
So laut wie ein vorbeifahrender Lastwagen
Die Fachleute bezogen Untersuchungen aus neun Ländern mit insgesamt mehr als 50.000 Personen in ihre Analyse ein. In einer Studie wurden die Geräuschpegel von Videospielen über Kopfhörer gemessen. Für Shooter-Spiele lagen diese im Durchschnitt bei bis zu 91 Dezibel – das entspricht dem Lärm eines nah vorbeifahrenden Lastwagens.
Für Kinder liegt der zulässige Lärmpegel bei 75 Dezibel für 40 Stunden pro Woche. Je lauter ein Geräusch ist, desto kürzer wird die Zeit, nach der es bleibende Schäden hinterlassen kann. 92 Dezibel können Kinder gefahrlos nur zwölf Minuten lang in der Woche hören. Bei Erwachsenen sind die Grenzen weniger streng, dort sind 92 Dezibel erst nach zweieinhalb Stunden in der Woche schädlich. Betroffen von Folgen sind daher vor allem Kinder und Menschen, die häufig und über längere Zeit Videospiele spielen.
Deutlich über dem Grenzwert
Auch sogenannte Impulsgeräusche können dauerhafte Auswirkungen haben. Darunter versteht man kurze Schallstöße, die mindestens 15 Dezibel über dem Hintergrundgeräusch liegen. Laut einer der Studien erreichten Impulsgeräusche beim Spielen bis zu 119 Dezibel – deutlich über den Grenzwerten für Kinder.
Die Mediziner wünschen sich, dass die möglichen Folgen lauter Geräusche beim Videospielen mehr Aufmerksamkeit bekommen. »Initiativen, die über potenzielle Risiken von Videospielen aufklären, könnten das sichere Hören unter Gamern fördern«, schreiben sie.