Vulkanasche-Wolke Britische Behörden mahnen Asthmatiker zur Vorsicht

Menschen mit Atemwegserkrankungen sollten sich in Großbritannien vorsehen: Partikel aus der Aschewolke vom isländischen Vulkan könnten laut den Behörden zu gesundheitlichen Irritationen führen. In Deutschland gehen die Experten von keiner Bedrohung aus.

Glasgow: Besonders für Schottland gilt die Aschewarnung der Gesundheitsbehörden
AFP

Glasgow: Besonders für Schottland gilt die Aschewarnung der Gesundheitsbehörden


London - Angesichts der Aschewolke vom isländischen Gletscher-Vulkan Eyjafjallajökull hat die britische Gesundheitsbehörde Menschen mit Atemwegserkrankungen zur Vorsicht gemahnt. Schwere Schädigungen seien nicht zu erwarten.

Die Aschepartikel könnten bei entsprechender Vorbelastung aber zu Irritationen führen, hieß es in einer am späten Donnerstagabend veröffentlichen Mitteilung der Behörde. Menschen mit Asthma oder chronischer Bronchitis sollten deshalb Inhalatoren oder Medikamente mit sich führen und bei Symptomen wie Augenreizungen, laufender Nase, Halsweh oder trockenem Husten "ihre Aktivitäten im Freien einschränken".

Die absinkenden Aschepartikel, die auch geringe Mengen Schwefeldioxid enthalten können, würden in der Nacht zunächst in Schottland niedergehen und bis Freitagmorgen dann auch in südlicheren Teilen Großbritanniens den Boden erreichen, hieß es. Nach Angaben des meteorologischen Dienstes dürfte die Menge aber so gering sein, dass man die Asche kaum sehen könne.

Vulkanologe rät zur Gelassenheit

Nach Einschätzung von Experten gibt es für die Menschen in Deutschland derzeit keinen Grund zur Sorge. Der Würzburger Geowissenschaftler Bernd Zimanowski sagte am Donnerstag: "Gelassenheit ist angesagt." Auch wenn die Aschewolke nach Deutschland ziehe, sei keine konkrete gesundheitliche Bedrohung gegeben.

Dem Vulkanologen von der Uni Würzburg zufolge handelt es sich bei der Asche um winzigste basaltische Glaspartikel. Diese Substanzen seien hochgradig instabil und würden in kürzester Zeit abgebaut, sollten sie denn eingeatmet werden. Die Partikel seien auch überhaupt nicht giftig. Eher problematisch seien da schon Vulkane, die beispielsweise saure Magmen förderten. "Im Augenblick wäre es also Humbug, Angst vor der Asche aus Island zu haben, da müsste schon wesentlich mehr passieren."

"Wir, die wir hier in Deutschland leben, können recht entspannt sein", sagte Zimanowski. "Die Asche ist nur dann für unsere Gesundheit gefährlich, wenn wir wirklich sehr hohe Konzentrationen erhalten würden. Das ist aber hier überhaupt nicht zu erwarten", sagte der Geophysiker. Basaltische Glaspartikel sind a priori harmlos, wenn man nicht große Mengen einatmet." Auch für Tiere, Pflanzen und Böden sei die Asche unbedenklich. "Das ist sehr fruchtbar. Das ist im Augenblick aber mengenmäßig so wenig, dass wir uns darum keine Gedanken machen müssen."

abl/AFP/dpa



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