Warnung an Krankenhäuser Siemens ruft Schwangerschaftstests zurück

Siemens hat einen Schwangerschaftstest zurückgerufen, der falsche positive Resultate anzeigt. Die Tests seien aber nicht an Privatpersonen verkauft worden. Hunderte Kliniken und Labore sind betroffen.
Schwangerschaftstest: Lieferungen an Krankenhäuser fehlerhaft

Schwangerschaftstest: Lieferungen an Krankenhäuser fehlerhaft

Foto: Corbis

Hamburg - Die Gesundheitssparte des Siemens-Konzerns hat weltweit 15 Lieferungen des Schwangerschaftstests "Clinitest hCG" zurückgerufen. Weltweit seien einige hundert Krankenhäuser betroffen, teilte der Konzern mit. Sie seien bereits Mitte Dezember angewiesen worden, die betroffenen Chargen zu vernichten. Die Tests seien nur an Labore geliefert und nicht an Privatpersonen verkauft worden. Bis die Fehlerursache geklärt sei, gebe Siemens keinen neuen Tests dieser Art heraus. Es handle sich um eine freiwillige Aktion, sagte ein Sprecher von Siemens Healthcare.

Er bestätigte Informationen der französischen Aufsichtsbehörde für die Sicherheit von Gesundheitsprodukten (Afssaps). Demnach zeigten die von Siemens an medizinische Labors gelieferten Tests häufig fälschlicherweise Schwangerschaften an oder brachten unleserliche Ergebnisse.

Siemens Healthcare Diagnostics hat die Abnehmer aufgefordert, die entsprechenden Lieferungen nicht mehr zu verwenden und sie zu entsorgen, wie aus einer Mitteilung auf der Afssaps-Website hervorgeht. Wie viele Schwangerschaftstests in welchen Ländern zurück gerufen wurden, konnte der Sprecher zunächst nicht sagen.

Auch Warnung vor Reagenzmittel

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur gehörten auch Labors in Irland zu den Siemens-Kunden. Der Konzern hatte den Test, der zusammen mit dem Minilabor zur Harndiagnostik "Clinitek Status" verwendet werden sollte, als ein Produkt beworben, das in weniger als fünf Minuten ein absolut verlässliches Ergebnis liefern sollte.

Die Afssaps informiert außerdem über eine Empfehlung von Siemens Healthcare Diagnostics an die Abnehmer bestimmter Lieferungen des Reagenzmittels Dade Actin FSL. Es reagiere zu sensibel auf Heparin, ein Medikament zur Vorbeugung von Blutgerinnseln. Dies könnte den Arzt dazu verleiten, Heparin zu reduzieren und damit das Risiko einer Thrombose oder Embolie erhöhen, warnt Siemens in dem Schreiben. Labors, die dies wünschten, biete Siemens einen kostenlosen Austausch an.

boj/dpa/Reuters
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