Gegen Stigmatisierung Alpha, Beta, Gamma – Virusvarianten werden umbenannt

Um Diskriminierungen zu vermeiden, will die Weltgesundheitsorganisation Virusvarianten nicht mehr als »britische« oder »indische« Mutationen bezeichnen. Stattdessen kennzeichnen nun griechische Buchstaben die Varianten.
Mit der Umbenennung soll vermieden werden, dass Länder mit Virusvarianten in Verbindung gebracht und Menschen, die dort leben, diskriminiert werden

Mit der Umbenennung soll vermieden werden, dass Länder mit Virusvarianten in Verbindung gebracht und Menschen, die dort leben, diskriminiert werden

Foto: PETER CZIBORRA / REUTERS

Die Varianten des Coronavirus bekommen neue Namen. Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Montag bekannt gab, sollen die Mutationen künftig nach griechischen Buchstaben benannt werden – und zwar in der Reihenfolge ihrer Entdeckung: So wird aus der zunächst in Großbritannien aufgetretenen Variante »Alpha«, aus der aus Südafrika bekannten »Beta«, aus der in Brasilien entdeckten »Gamma« und aus der indischen »Delta«.

»Kein Land soll für die Entdeckung und die Meldung von Varianten stigmatisiert werden«, erklärte WHO-Epidemiologin Maria Van Kerkhove. Auch für Buchstaben-Zahlen-Kombinationen wie B.1.351 ist laut WHO das Spiel aus. »Diese wissenschaftlichen Bezeichnungen haben ihre Vorteile, aber sie sind schwer auszusprechen und zu behalten«, so Van Kerkhove.

Der Entscheidung für das griechische Alphabet waren monatelange Überlegungen vorausgegangen, wie der daran beteiligte Bakteriologe Mark Pallen berichtet. Dabei hätten die Experten zunächst auch griechische Götter oder pseudo-klassische Wortschöpfungen in Betracht gezogen. Doch die Ideen seien verworfen worden, weil viele der Namen bereits genutzt würden – für Marken oder Unternehmen. Er selbst habe den Vorschlag gestoppt, die Varianten als VOC1, VOC2 und so weiter zu bezeichnen, so Pallen: Ausgesprochen ähnelten sie doch zu sehr einem englischen Schimpfwort.

mjm/dpa
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