Atemwegserkrankungen Wie sich die Grippe, RSV und Corona aktuell ausbreiten

Ungewöhnlich viele akute Atemwegsinfekten gibt es gerade – die Werte sind sogar höher als in schweren Grippewellen. Besonders Kindern macht eine Kombination aus mehreren Erregerm zu schaffen.
Das RS-Virus verbreitet sich aktuell stark

Das RS-Virus verbreitet sich aktuell stark

Foto: Milorad Kravic / iStockphoto / Getty Images

Viele Kinderpraxen und Kinderstationen sind aktuell überfüllt. Das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) sorgt für eine enorme Infektionswelle, die seit Jahren unterfinanzierten und durch Personalmangel unterbesetzten Kinderkliniken sind am Limit.

Dass die Zahl der akuten Atemwegsinfekte, zu denen RSV gezählt wird, ungewöhnlich hoch ist, bestätigt der Wochenbericht  der Arbeitsgruppe Influenza des Robert Koch-Instituts (RKI): »Die Werte liegen aktuell sogar über dem Niveau der Vorjahre zum Höhepunkt schwerer Grippewellen«, heißt es darin. Die mithilfe von Bürgerangaben geschätzten Werte beziehen sich auf die vorige Woche.

Die Werte sind demnach im Vergleich zur Woche zuvor noch weiter angestiegen. Angenommen werden laut Bericht insgesamt circa 9,5 Millionen akute Atemwegserkrankungen in der Bevölkerung in der betrachteten Woche – unabhängig von einem Arzttermin.

Die Zahl der Arztbesuche wegen Atemwegserkrankungen lag in der Woche bei rund zwei Millionen und damit »über den Werten der Vorjahre zu dieser Zeit und in einem Bereich, der sonst nur in Spitzenwochen starker Grippewellen erreicht wurde«, schreibt das RKI.

Großteil Grippe

Das Geschehen sei zu einem Großteil durch Grippeinfektionen bestimmt worden. Die Zahl der gemäß Infektionsschutzgesetz im Labor bestätigten und ans RKI gemeldeten Grippefälle für die vergangene Woche betrug rund 27.200, dies sei ebenfalls ein starker Anstieg im Vergleich zur Vorwoche. Laut Bericht wurden seit Anfang Oktober annähernd 160 Grippeausbrüche mit mindestens fünf Fällen gemeldet, davon rund 60 an Schulen. Die Zahl der erfassten Todesfälle mit Grippeinfektion wurde im Bericht mit 30 angegeben. Die Meldezahlen sind nur ein kleiner Ausschnitt der tatsächlichen Lage. Der Anteil an Covid-19-Erkrankungen hat sich unterdessen vorige Woche »weiter stabilisiert«.

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Die Grippewelle in Deutschland hat ungewöhnlich früh begonnen: nach RKI-Definition in der Woche bis 30. Oktober. In den beiden Wintern zuvor waren Wellen wegen der Pandemie und den dagegen getroffenen Maßnahmen weitgehend ausgeblieben. Vor der Pandemie begann die Grippewelle meist erst um den Jahreswechsel herum.

wbr/dpa
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