Zahlen des RKI Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz fällt deutlich ab

Dem Robert Koch-Institut wurden binnen 24 Stunden 21.080 Neuinfektionen und 372 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona gemeldet. Allerdings müssen die Weihnachtsfeiertage bei der Zählung beachtet werden.
Intensivstation am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel (Archivbild)

Intensivstation am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel (Archivbild)

Foto:

Frank Molter / dpa

Nach einem zwischenzeitlichen Anstieg ist die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen wieder gesunken. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstagmorgen lag der Wert bei 215,6. Am Vortag hatte er bei 222,7 gelegen und war damit erstmals seit Tagen wieder gestiegen. Vor einer Woche hatte der Wert noch bei 306,4 gelegen.

Laut RKI wurden binnen 24 Stunden 21.080 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Das sind 2348 Fälle weniger als am Dienstag vor einer Woche, als 23.428 positive Tests gemeldet wurden. 372 weitere Menschen starben nach einer Coronainfektion.

Das RKI wies darauf hin, dass sich wegen der Weihnachtsfeiertage weniger Menschen testen ließen und nicht alle Gesundheitsämter Daten weiterleiteten. Die tatsächlichen Zahlen könnten daher höher liegen.

Seit Pandemiebeginn meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland 7.026.369 Coronainfektionen. Die Gesamtzahl der Coronatoten liegt bei 110.805. Die Zahl der von einer Erkrankung durch das Coronavirus genesenen Menschen in Deutschland bezifferte das Institut mit rund 6.217.800.

Als entscheidenden Maßstab für eine Verschärfung der Coronamaßnahmen hatten Bund und Länder im November die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz festgelegt. Dieser Wert gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wegen einer Coronainfektion im Krankenhaus liegen. Laut dem aktuellsten Bericht vom Montag lag die Hospitalisierungsinzidenz bundesweit bei 3,26.

Trotz der zwischenzeitlichen Rückgänge bei den Coronakennzahlen verschärft die Regierung – gerade mit Blick auf eine absehbare Ausbreitung der neuen Omikron-Variante – die Vorschriften.

Ab Dienstag gelten in ganz Deutschland die von Bund und Ländern kürzlich beschlossenen Kontaktbeschränkungen. Drinnen und draußen dürfen sich dann nur noch bis zu zehn Geimpfte und Genesene zusammen aufhalten. Bei den Ungeimpften dürfen sich die Angehörigen eines Haushalts nur noch mit zwei weiteren Menschen treffen.

Klubs und Diskotheken werden geschlossen. Für Freizeit, Kultur und Einzelhandel gilt weiter die 2G- oder 2G-plus-Regel. Ausgenommen sind Geschäfte des täglichen Bedarfs.

In einigen Ländern waren verschärfte Coronaregeln bereits zuvor in Kraft getreten. Bund und Länder hatten sich bei ihrem Spitzentreffen am 21. Dezember darauf verständigt, dass die Regelungen spätestens am 28. Dezember in ganz Deutschland gelten sollen. In einigen Ländern gelten weitergehende Regeln, etwa Sperrstunden in der Gastronomie.

Verfassungsgericht zur Triage in Krankenhäusern

Am heutigen Dienstag fällt zudem in Karlsruhe eine wichtige Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Triage in Krankenhäusern wegen der Pandemie. Die behinderten oder chronisch kranken Beschwerdeführer wollen sicherstellen, dass sie im Fall knapper Plätze auf den Intensivstationen nicht benachteiligt werden.

Eine sogenannte Triage betrifft Situationen, in denen weniger Plätze oder Geräte zur Verfügung stehen als für die Patienten erforderlich. Ärzte müssen dann entscheiden, welche Patienten beispielsweise ein Beatmungsgerät erhalten.

Nach den hierfür bislang maßgeblichen Empfehlungen der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin sind dabei die klinischen Erfolgsaussichten das entscheidende Kriterium. Die Beschwerdeführer fordern dagegen eine gesetzliche Regelung.

jok/